Illustration zum Thema „Pflege/Altenpflege/Krankenpflege/Soziales/Gesundheit“. (20.1.2019)
HARALD SCHNEIDER / APA / picturedesk.com
HARALD SCHNEIDER / APA / picturedesk.com
Gesundheit

Community Nurses gefragt

Mehr Menschen fachgerecht zu Hause zu pflegen und Angehörige zu entlasten ist das Ziel der Pflegenahversorgung. Nicht nur das Land baute das Angebot in den vergangenen Jahren aus, sondern auch Bund und EU starteten vor einem Jahr in Kärnten ein Projekt mit so genannten Community Nurses. Die Finanzierung ist bis 2024 gesichert.

Bei Community Nurses handelt es sich um diplomierte Gesundheits- und Pflegekräfte, die pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen in ihren eigenen vier Wänden unterstützen. 21 gibt es kärntenweit. Bianca Marktl und Bettina Wagner zählen zu ihnen. Seit knapp einem Jahr sind die beiden für sechs Gemeinden im Gurktal unterwegs, um Menschen, die Pflege brauchen, zu unterstützen und pflegenden Angehörigen zu helfen.

„Das Hauptaufgabengebiet besteht darin, zu organisieren und zu beraten. Eben was es an Pflege alles gibt, also Hauskrankenhilfe, 24-Stunden-Betreuung, Pflegeheim, Essen auf Rädern. Wir unterstützen auch indem wir eine Hauskrankenpflege organisieren, sind beim Erstgespräch dabei, beantragen Pflegegeld bzw. Pflegegelderhöhungen“, so Bettina Wagner.

Bedarf an Community Nurses steigt

Angehörige werden eingeschult

Aber auch Angehörige werden bei der Pflege eingeschult. Wichtig auch zu wissen, was die beiden nicht machen. „Wir sind nicht zu verwechseln mit der Hauskrankenhilfe, die die Pflege übernimmt. Wir lernen die Angehörigen gerne an, aber unser Hauptaufgabengebiet ist, dass wir die regionalen Anbieter sämtlicher Gesundheitsorganisationen verbinden und vernetzen“, so Bianca Marktl.

Ein Service, das dringend benötigt werde, sagte Marktl, auch weil es immer schwieriger werde, eine Hauskrankenhilfe zu organisieren. „Es ist ein großer Dschungel von Anbietern. Dass man da den Richtige herausfindet, ist nicht so einfach. Wir wissen mittlerweile, wo wir anrufen müssen, um schnell zu einem guten Ende zu kommen.“

Kostenloses Service

Das Service der Community Nurses ist kostenlos. „Wir sind für alle Leute da, gehen aber nicht von Haus zu Haus, sondern die Leute nehmen mit uns Kontakt auf. Da wir viel mit den Gemeinden, mit den Ärzten, den Nahversorgern arbeiten sind sie offener und gehen anders damit um. Somit fängt das Rad an, zu laufen“, so Marktl.

150 Klienten betreuten die beiden von Straßburg, über Gurk, Weitensfeld und Glödnitz bis nach Deutsch-Griffen und Albeck-Sirnitz. Auch was die Vorsorge betrifft, wird viel getan, es gibt Gesundheitsvorträge und Anfang März startet auch das erste Demenz-Café im Gurktal.