Seit Anfang November läuft der Kurs bei der Diakonie und dauert bis August nächsten Jahres. Die Frauen erlernen Deutsch auch durch Spiele, etwa durch Bingo, das helfen soll, sich die Zahl-Worte auf Deutsch einzuprägen. Vier Stunden lang Deutsch lernen steht täglich auf dem Lehrplan.
Sprachkurse für Ukrainerinnen
Das fällt den Frauen aus der Ukraine leichter, weil sie wissen, dass ihre Kinder gleich nebenan betreut werden. Genau deswegen sei auch die Entscheidung gefallen, die Kinderbetreuung gleich hier am selben Standort anzubieten, sagte Lisa Fian, von der Teamleitung Sprache und Bildung: „So schaffen wir ein großes Miteinander: Lernen, Spielen und Arbeiten.“

Neue Lebenssituation für Vertriebene
Noch vor einem Jahr, hätte auch Tetiana Turko nicht geglaubt, Deutsch lernen zu müssen. Und schon gar nicht, dass sie irgendwann in einem kleinen, slowenisch-sprachigen Dorf in Kärnten leben würde. Aber das war vor dem russischen Angriffskrieg. Was ihr jetzt bleibt, ist die Hoffnung auf Integration.
Turko: „Es gibt solche Momente im Leben, wenn du als erwachsene Person, auch als erfolgreiche Person, neue Lebenssituationen und Aufgaben vor dir hast. Und jetzt muss ich eben Deutsch lernen.“

1.260 Vertriebene aus der Ukraine
Neben den Sprachkursen werden im Rahmen von „Femme!“ für die Frauen auch Praktika und Volontariate gesucht und es wird bei der Nostrifizierung, also bei der Anerkennung von ausländischen Schul- und Studienabschlüssen, geholfen.
Insgesamt 1.260 Vertriebene aus der Ukraine befinden sich derzeit in Kärnten in der Grundversorgung. Davon sind 75 Prozent Frauen und Kinder, der Rest sind zumeist ältere Personen.

Integration fordern, aber auch fördern
Auf die Frage, wo Kärnten in Sachen Integration stehe, sagte Marcel Leuschner, der Stabsstellenleiter der Diakonie de La Tour, er glaube, eine Antwort sei in Bezug auf die Ukranerinnen und Ukrainer etwas verfrüht: „Was wir aber schon sehen ist, dass die Nachfrage für unsere Angebote da ist. Da wäre sicher auch mehr möglich.“
Wichtig sei, dass auch hier keine Unterscheidung zwischen den Vertriebenen aus der Ukraine und Asylwerbern aus anderen Ländern gemacht werde, sagte Leuschner: „Wichtig ist auch, dass Integration nicht nur gefordert, sondern auch gefördert wird.“

Auch für Asylwerberinnen und Asylwerber bietet die Diakonie Deutschkurse an. Im Gegensatz zu diesen Asylwerbern, können die Frauen aus der Ukraine ihren Wohnort in Österreich frei wählen. Bisher wollen aber bekanntlich eher wenige nach Kärnten.