Sprungturm Millstatt
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Chronik

Sprungturm Millstatt fertig saniert

Der Sprungturm am Millstätter See ist fast fertig saniert. Er war seit zehn Jahren wegen Sicherheitsproblemen gesperrt und wurde generalüberholt. Zwei Wasserrutschen wurden neu gebaut.

Der Turm im Millstätter Strandbad gilt als Wahrzeichen der Tourismusgemeinde Millstatt. Der 13 Meter hohe Turm stammt aus den 1930er Jahren und ist denkmalgeschützt. Deshalb darf sich sein Erscheinungsbild nicht wesentlich ändern.

Das Anliegen des Spittaler Architekten Jürgen Wirnsberger war, ihn trotz moderner Sicherheitsbestimmungen so wenig wie möglich zu verändern. Die Geländer müssen zum Beispiel gegen ein Übersteigen gesichert sein, Stahlseile verhindern ein Durchrutschen. Die zarte, fast 90 Jahre alte Stahlbetonkonstruktion, war zu erhalten.

Wirnsberger: „Nach der Reinigung wurden die Fehlstellen saniert.“ Ein Problem, das unter Wasser liegt, sind rund 60 Holzstämme, die in den Seeboden gerammt wurden. Auf ihnen lastet das gesamte Gewicht. Wirsberger: „Die Holzkonstruktion unter Wasser ist mittlerweile im Schwankungsbereich von Tag und Nacht. Manchmal kommt Luft dazu und wenn der Dampfer vorbei fährt kommen immer Wasser und Luft dazu und es beginnt darunter zu morschen. Das war die größte Herausforderung, weil man schwer dazu kommt.“

Drohnenflug rund um den neuen Sprungturm

Generalsanierung fast vollendet

Alexander Thoma, Geschäftsführer der Millstätter Bäderbetriebe sagte, von den Holzpfählen des Fundaments angefangen bis zur frei tragenden Beton-Stahl-Konstruktion sei alles generalsaniert worden.

Treppen und Geländer bis zu zwei neuen Wasserrutschen sei alles überholt bzw. neu. Die Betonböden sind jetzt rutschfest. Ein Unfall wie vor zehn Jahren sollte nicht mehr möglich sein. Die Kosten für die Sanierung tragen Bund und Land, im Februar hieß es, sie betragen 670.000 Euro. Zwei Rutschen fehlen noch. Sie werden dieser Tage von Schlossern angebracht. Ende Juni sollten die Arbeiten fertig sein. Dann muss der Sprungturm noch technisch abgenommen werden.

Schwerer Unfall mit Kindern

Zu trauriger Berühmtheit geriet der Turm 2009, als beim damals schon aus Sicherheitsgründen gesperrten Turm ein tragischer Unfall passierte.

Trotz der Sperre sprang ein 13-Jähriger vom Turm ins Wasser und verletzte einen damals elfjährigen Schüler schwer, der unter dem Turm durchschwamm.

Historische schwarz-weiß Aufnahme des alten Sprungturmes am Millstätter See
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Neuer Sprungturm am Millstätter See
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Neuer Sprungturm am Millstätter See
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Neuer Sprungturm am Millstätter See
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Hohe Sicherheitsstandards

Laut Thoma seien Unfälle nie ganz auszuschließen. Man tue natürlich alles, um sie zu verhindern. Der Sprungturm entspreche den neuesten Sicherheitsstandards. Ein Springen werde nur entweder von der Fünf-Meter-Plattform oder von der Zehn-Meter-Plattform möglich sein, nicht gleichzeitig. Auch die Rutsche darf nur benutzt werden, wenn niemand springt und umgekehrt.