Frühlingsausflug nach Kranj

Kranj war für Kulturschaffende immer ein Anziehungspunkt. Auch der bekannte Architekt Jože Plecnik wirkte dort und es besteht eine Verbindung zu France Prešeren. Gerade jetzt im Frühling laden die Altstadt und das Schloss zu einem Rundgang.

Kranj, am Zusammenfluss der Kokra und der Save, war schon zur Römerzeit besiedelt. Damals hatte die Stadt eine große strategische Bedeutung und behielt diese bis weit ins Mittelalter hinein. Gästebetreuer Edo Gruben kennt in der Altstadt beinahe jedes Haus und seine Geschichte. Er erzählt, dass in der Stadt auch der bekannte Architekt Jože Plecnik wirkte und seine Spuren hinterließ: „Jože Plecnik hat den unteren Eingang zur Stadt gestaltet. An der Seite ein Bogenbau, im Zentrum ein Brunnen, in dem im Sommer das fließende Wasser der Treppe aus der Stadt folgt.“

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Plecnik-Brunnen in Kranj

Das Layer-Haus ist ein Zentrum für Kulturinteressierte. Hier können Künstlerinnen und Künslter sogar wohnen und arbeiten und es gibt das ganze Jahr über Ausstellungen.

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Layer-Haus

Autofreie Altstadt lädt zum Bummeln ein

Tomaž Štefe vom TIC Kranj sagt, die Altstadt sei das Herzstück der Stadt, wo sich auch das Leben abspiele: „Es gibt bei uns auch viele interessante Veranstaltungen, Galerien, Museen und Geschäfte mit heimischen Produkten. Die Altstadt ist verkehrsfrei, damit die Besucher ruhig durchspazieren und das wirkliche Kranj erleben.“

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Prešeren-Statue

Prešeren ist wie „slowenischer Goethe“

Eine besondere Bedeutung für die Stadt hat France Prešeren. Seine letzten Lebensjahre verbrachte der Poet und Rechtsanwalt in Kranj. Sein Haus in der nach ihm benannten Gasse ist heute ein Museum und bietet viel Wissenswertes über den berühmten Dichter, der in Wien Rechtswissenschaften studierte und 1832 in Klagenfurt seine Advokatenprüfung ablegte.

Helena Justin, die Leiterin des Prešeren-Hauses, sagt, France Prešeren sei für die Slowenen ein sehr bedeutender Poet: „Mit seiner Poesie konnten wir in die europäische Welt eintreten. Für die Slowenen ist Prešeren etwa wie Goethe für die Deutschsprechenden.“

Schloss erinnert an Familie Kihsl

Errichtet wurde das Schloss von den Grafen von Ortenburg, die ja auch in Kärnten Besitztümer hatten. Seinen heutigen Namen bekam es aber erst im Jahr 1578, als die Familie Kihsl das Schloss erwarb und ausbaute. Die Kihsls waren tüchtige Geschäftsleute. Veit Kihsl gründete eine Handelsgesellschaft, engagierte sich in der Glasindustrie und betrieb auch einige Mühlen.

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Das Schloss von außen

Historischer Rückblick in Heimatmuseum

Museums-Direktorin Marjana Žbert erklärt, dass das Schloss auch deshalb so bedeutend sei, weil hier die verschiedenen Ausstellungen des Museums der Region Gorenjska beheimatet sind: „Wir zeigen auch Sonderschauen, die von den Besuchern sehr gerne angenommen werden.“

Sendungshinweis:

„Servus, Srečno, Ciao“, 9.3.19

Das Heimatmuseum bietet Einblick in die Alltags-Kultur der Region. So wurden in einem Ort in der Nähe von Kranj Siebe aus Holz und Pferdehaar hergestellt. Einige Räume widmen sich dem adeligen Leben in der Biedermeier-Zeit. Die Menschen zogen sich damals in ihre gut eingerichteten Häuser zurück. Das einfache Volk lebte bescheiden und doch bunt, wie die Bauernmalerei zeigt.

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