Kärntner bereiten sich auf „Barcolana“ vor

Die Hafenstadt Triest ist heuer zum 50. Mal Austragungsort der Segelregatta “Barcolana”. Unter den Teilnehmern aus aller Welt sind jedes Jahr auch zahlreiche Kärntner. Die Crew des Kärntner Yachtclub Klagenfurt bereitete sich am Wörthersee vor.

Die traditionelle „Freitagsregatta“ dient den Seglern vom Kärntner Yachtclub Klagenfurt als Training. Die Mitglieder des Vereins pflegen seit Jahrzehnten einen regen Austausch mit Segelclubs aus den Nachbarländern, darunter auch aus Triest.

Einer der besten Hochseesegler Österreichs ist Walter Passegger. Er war schon an die 30 Mal bei der Barcolana dabei und wird sich auch heuer wieder auf den Weg nach Triest machen. Walter Passegger: „"Voriges Jahr waren wir 26. im Gesamtwettbewerb - also nicht nur in unserer Klasse, sondern das 26. Schiff im Ziel. Das ist schon ein ganz toller Erfolg.“

SSC Segeln Wörthersee Yachtclub Kärnten Klagenfurt
ORF
Kärntner Segler bei „Freitagsregatta“ am Wörthersee

Sieg vor Jahren schon in greifbarer Nähe

Passegger erinnert sich an ein anderes Mal, als er mit seiner Crew bei der Barcolana sogar in Führung lag. Auch wenn das Ziel schon in „greifbarer Nähe“ war reichte es für den Kärntner - wegen eines technischen Gebrechens - dennoch nicht zum Sieg: „300 Meter vor dem Ziel hatten wir einen Materialbruch und dann waren wir Zweiter. Wir hätten sogar gewinnen können. Das wäre was Besonderes - es hat noch nie ein Österreicher gewonnen.“

Barcolana nach Stadtteil benannt

Von Beginn an wird die Barcolana vom Segelclub “Società Velica di Barcola e Grignano" veranstaltet. Sie trägt sie den Namen abgeleitet vom Triestiner Stadtteil Barcola.

„Dabeisein ist alles“

Christian Tauchhammer: „In erster Linie versucht man einmal, dass nichts passiert, dass niemand verletzt wird, dass das Boot heil bleibt. Es ist ein riesen Gedränge, wie man sich das vorstellen kann. Drei Kilometer Startlinie, 2.100 Boote. Man schaut einmal zuerst dass nichts passiert. Man fährt immer so gut als möglich, aber gewinnen werden wir es nicht. Dabeisein ist alles.“

SSC Regatta Segeln Barcolana Triest
Archivio Barcolana
Mehr als 2.000 Yachten nahmen in den letzten Jahren an der Barcolana teil

Sendungshinweis:

„Servus, Srečno, Ciao“, 6.10.18

„Get-Together-Alpe-Adria am Meer“

Elisabeth Wieser: „Wir fahren mit unserem eigenen Boot runter und mit dem waren wir noch nie am Meer. So gesehen - wir bereiten uns mit Seeregatten vor, aber das ist nicht vergleichbar. Es ist auch das ganze Rundherum irrsinnig schön. Es ist viel los, man sieht tolle Boote, man sieht tolle Crews - ein toller Anblick, Gänsehaut.“

Christoph Aste: „Es ist ganz spannend, was da an Booten und an Geld herumfahrt - ja unglaublich. Wir kennen viele Italiener weil wir haben ja eine Partnerschaft mit Triest. Es ist ein großes Get-Together-Alpe-Adria am Meer.“

SSC Regatta Segeln Barcolana Triest
Archivio Barcolana

Von Anfang an bis heute „Bewerb für jedermann“

Die Regatta trägt den Namen abgeleitet vom Triestiner Stadtteil Barcola. Von Beginn an wurde die Barcolana vom Segelclub “Società Velica di Barcola e Grignano" veranstaltet. Dean Bassi, der sporliche Leiter, erzählt, dass alles eigentlich per Zufall begann und von dem starken Wunsch geprägt war, einen Bewerb für „Jedermann“ zu schaffen - nicht nur für die Elite. „Die Barcolana sollte also ein Wettbewerb sein, wo die talentiertesten der professionellen Segler mit leidenschaftlichen Seglern, die sonst nur mit der Familie segeln, gegeneinander antreten“, so Dean Bassi.

Die Bemühungen der Vereinsmitglieder trugen irgendwann Früchte: sie erhielten die Bewilligung, eine Regatta am zweiten Sonntag im Oktober zu veranstalten. Das war zwar nicht unbedingt der attraktivste Zeitpunkt für eine Regatta, aber die Leidenschaft für den Sport war in Triest viel größer, erzählt Dean Bassi. So kam es, dass der Wettbewerb mit den Jahren wuchs. Anfangs war die Teilnehmerzahl noch überschaubar - in den letzten 50 Jahren hat sich die Barcolana zu einer der größten Regatten der Welt entwickelt. Den Erfolg der Barcolana führt Dean Bassi zurück auf die Leidenschaft für das Meer, den Wind und eine ökologische Sichtweise auf die Welt, die alle Teilnehmer gemeinsam haben.

Barcolana historische Aufnahme Triest
Archivio Barcolana
Historische Aufnahme der „Barcolana“

Programmhighlights für „Barcolana cinquanta“

Zur 50. Ausgabe der Barcolana erwartet die Zuschauer im „Barcolana Village“ entlang der „Rive“ die ganze kommende Woche über ein vielfältiges Rahmen- und auch Wettkampf-Programm, erzählt Dean Bassi, der sportliche Direktor: „Los geht es mit der “barcolana young” bei der 500 Optimisten-Jollen hier im Golf unterwegs sind. Es findet die italienische Klubmeisterschaft der unter 19-Jährigen statt. Neun Sterne-Köche werden sich einem kulinarisch-sportlichen Wettkampf nicht nur in der Küche, sondern auch am Meer stellen.“

Bei einem Bewerb treten alte und neue Holzboote gegeneinander an. Dabei soll der technologische Fortschritt der vergangenen 50 Jahren sichtbar werden. Dann gibt es noch die „Barcolana by night“ - eine nächtliche Ausgabe der Barcolana. Das Publikum hat dabei die Gelegenheit, aus nächster Nähe die Regatta mitzuerleben und ausgelassen zu feiern.

"Unter den Seglern aus Österreich besonders beliebt ist die „Barcolana Final Sails", sagt Dean Bassi. Teil nehmen Yachten der Star-Klasse, die in Österreich ja weit verbreitet sind“, so Dean Bassi. Den Höhepunkt bildet der Abschluss der „Barcolana Cinquanta“ am 14. Oktober.

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