Diskussion über Wolf und Bär

Die Radio Kärnten „Streitkultur“ am Montagabend hat sich mit dem Thema der Großraubwild beschäftigt. Einerseits haben die Almbauern Angst, andererseits gibt es Regeln, an die man sich zu halten habe. Derzeit macht in Kärnten nur der Otter Probleme.

Seit Jahren wird bei Fischer und Almbauern über Schäden durch Raubwild diskutiert. Bären und Wölfe werden als Bedrohung empfunden. Der in Kärnten wieder heimisch gewordene Fischotter frisst Gewässer teilweise leer und darf vorerst trotzdem nicht bejagt werden, hieß es in der „Streitkultur“. Mit dem neuen Jagdgesetz soll es nun aber zumindest eine fixe finanzielle Entschädigung geben.

Angst der Almbauern

Was das Großraubwild betrifft, machte der Landesjägermeister Ferdinand Gorton gleich zu Beginn klar, dass man mit dem Bären - von denen es sechs bis sieben Stück in Kärnten geben dürfte - zu leben gelernt habe. Der Luchs sei nicht zu spüren, sagt Gorton und der Wolf habe in Kärnten nur ein bis zwei Mal vorbei geschaut.

Sendungshinweis:

Streitkultur; 30.10.2017

Der Obmann des Almwirtschaftsvereins, Josef Obweger sagte, dennoch gebe es große Sorge wegen der Entwicklung bei den Wölfen, die es derzeit als Herde nur in Niederösterreich gibt. Das könne schnell explodieren. Was ein Wolf alleine auf einer Alm anrichten könne, habe man vor zwei Jahren in Salzburg gesehen. Damals seien 68 Schafe gerissen worden. Dazu noch ein paar Rinder, so Obweger.

Eingreifen nicht ohne DNA-Analyse

Landesjagdreferent Gernot Darmann (FPÖ) sagte, es gebe internationale Regeln. Solange der Wolf in Kärnten nicht mit DNA-Analyse nachgewiesen sei, dürfe man durch Jagd nicht eingreifen: „Sollte es zu einem Vorkommen von Wolfsrudeln vorkommen, die die Sicherheit der Bevölkerung oder die Landwirtschaft bedrohen, gehört eingegriffen.“

Landesagrarreferent Christian Benger (ÖVP) forderte aber mehr Sicherheit für die Almbauern. Er wolle eine flächendeckende Bewirtschaftung für Bauern und auch den Tourismus, es könne nicht sein, dass Alm vorherrsche.

Fischer: Fischotter richtet Schäden an

Ein Tier, dass im Gegensatz zum Wolf in Kärnten bereits heimisch ist, ist der ebenfalls geschützte Fischotter. Auch er darf - internationalen Richtlinien gemäß - nicht gejagt werden. Obwohl er bereits große Schäden am Fischbestand angerichtet habe, sagte der Vorsitzende des Fischereirevierverbandes Spittal an der Drau, Gert Gradnitzer. Er fordert, dass der Bestand der Fischotter reduziert werden solle. So wie man es mit dem Rotwild mache, das im Wald Schaden anrichte, solle man es mit den Ottern machen.

Jäger stehen bereit

Damit der geschützte Fischotter bejagt werden darf, muss sein Bestand gesichert sein. Ähnlich, wie das bei den Kormoranen gelang. Die Jägerschaft sei dafür bereit, sagte Landesjägermeister Gorton. Man stehe „Gewehr bei Fuß“, mache Fallenstellerkurse und sei bereit, Experten auszubilden. Um sinnvoll eingreifen zu können, gibt es derzeit noch Untersuchungen, sagt Landesnaturschutzreferent Rolf Holub (Grüne). Ein Gleichgewicht könne mit Jägern und Managementplänen hergestellt werden, man müsse aber wissen, wie viele Wölfe, Bären oder Otter für die Natur verträglich seien.

Mit dem neuen und von allen Parteien beschlossenen Jagdgesetz soll es in Kärnten künftig auch einen fixen Fonds des Landes geben, der Schäden durch Raubwild ausgleicht. Wie hoch dieser Fonds dotiert wird, steht noch nicht fest - mehr dazu in Neuer Fonds für Wildschäden.

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