Erneuter Auftritt von Bär Rudolf

Seit Tagen ist ein Bär, der mittlerweile Rudolf genannt wird, auf Reviersuche in Kärnten. Zum dritten Mal wurde er am Montag aus nächster Nähe gesichtet und gefilmt, diesmal auf dem Dobratsch von einem Wanderer.

Normalerweise gilt eine Bärensichtung als „Lottosechser“, Rudolf erhöhte die Gewinnchancen in den letzten Tagen beträchtlich. Nachdem der Bär auf dem Goldeck und auf der Windisch Höhe gesehen und gefilmt wurde, hatte er am Montag seinen nächsten Auftritt, und zwar auf dem Dobratsch bei Villach. Elmar Rauter sah Rudolf am Montag aus nächster Nähe bei einer Wanderung auf dem Jägersteig und teilte das gefilmte Video auf Facebook.

Bär Sichtung Jungbar Goldeck

KK

Mit dem auffälligen weißen Fleck an seiner Schulter ist Rudolf gut erkennbar

Eingewandert ist der etwa fünf Jahre alte Bär aus Slowenien und Kroatien, seitdem sucht er in Kärnten eine neue Heimat. Freitagabend wurde er erneut im Bereich der Windischen Höhe (Gemeinde Paternion) von einer Försterfamilie gesichtet - mehr dazu in Familie begegnet Bären. Die drei Kinder tauften das Tier auf den Namen Rudolf. Nur einen Tag später wagte sich das Tier in Villach-Warmbad sogar in Siedlungsgebiet - mehr dazu in Bär in Villach-Warmbad gesichtet.

Begegnung mit einem Bären

Vor sechs Tagen wurde Bär Rudolf in der Kreuzeckgruppe erstmals gefilmt.

Dass Rudolf in Kärnten weit herum kommt, sei nicht ungewöhnlich, sagt Bärenanwalt Bernhard Gutleb. Bis zu 70 Kilometer könne so ein Bär am Tag schon zurücklegen. Futter findet der Bär auf seiner Wanderung durch Kärnten derzeit jedenfalls genug. „Neben Wild fressen Bären in dieser Jahreszeit sehr gerne kiloweise junges Gras, weil es reich an Eiweiß ist.“ Dass der Bär in Siedlungen kommt, um nach Futter zu suchen, sei deswegen auszuschließen. Auch auf Schafe habe es der Bär „eindeutig nicht abgesehen.“

Ein Bär mit guten Manieren

Ein bisschen frech sei „Rudolf“ schon, meint der Bärenanwalt. Ansonsten aber zeige er recht gute Manieren. Es habe bisher noch keine Schadensmeldungen in Zusammenhang mit dem Bären gegeben. Nach den bisher gesichteten Videos schätzt Gutleb das Tier auf etwa 120 Kilogramm, außerdem sei er „gut genährt und hat ein schönes, gesundes Fell.“

Dobratsch Rote Wand ORF Sender Jägersteig

ORF/Petra Haas

Der „Jägersteig“ führt entlang der Roten Wand auf den Gipfel des Dobratsch

Gutleb schätzt, dass im gesamten Dreiländereck-Gebiet von Kärnten, Slowenien und Italien etwa acht bis zehn Bären leben. „Wie viele davon sich in Kärnten tummeln, kann man schwer sagen. Das wechselt ständig, Landesgrenzen sind den Bären ja egal. Hin und wieder ist ein Bär aus Slowenien bei uns und dafür ein anderer in Italien oder umgekehrt.“

Rudolf ist sehr wählerisch

Anscheinend ist Rudolf bei seiner Reviersuche in Kärnten sehr wählerisch. Denn eigentlich hätte er schon einige geeignete Gebiete durchquert, so der Bärenanwalt. Der bei Wanderern beliebte Dobratsch sei aber wohl zu belebt. „Bären brauchen Ruhe, das Revier muss etwa hundert Quadratkilometer groß sein“, so Gutleb. Er vermutet deswegen, dass das Tier in den nächsten Tagen wieder zurück in Richtung Goldeck wandern wird. „Bären haben einen guten Orientierungssinn, den Weg zurück findet er leicht.“

Wenn „Rudolf“ erst einmal heimisch wurde, dann werde er wohl seine Ruhe genießen und nicht mehr gesichtet werden. Bis dahin sind weitere Bärensichtungen in Kärnten in nächster Zeit also nicht auszuschließen, für diesen Fall rät der Bärenanwalt zum „Respektabstand“.

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