Ensemble Porcia wird 2018 italienisch

Nach Komödien aus Frankreich, dem angelsächsischen und deutschen Sprachraum, wendet man sich 2018 den südlichen Nachbarn zu. Am Dienstag wurde das Programm für den kommenden Sommer vorgestellt. Die Theaterkarten sind bereits online buchbar.

2017 war ein gutes Jahr für das Ensemble Porcia. Nahezu 16.000 Besucher, ein zufriedenes Publikum und auch eine zufriedene Theatertruppe bilanziert die Intendantin Angelica Ladurner, für die der Anspruch in ihrer vierten Saison als Chefin im Schloss Porcia auf der Hand liegt. „Wie gelingt es uns die Menschen zu uns herzuziehen, damit sie nachdenklich lachen können. Weil wir machen ja keine platte Komödie. Gerade bei den Italienern bin ich interessanterweise draufgekommen, ist eines der Hauptthemen die soziale Ungerechtigkeit“, so Ladurner.

14.07.17 Porcia Der Verschwender Aschenputtel
ORF
Intendantin Angelica Ladurner

Am Theaterwagen wird Carlo Goldonis „Ein Diener zweier Herren“ gespielt. Der Theaterwagen Porcia spielt an besonderen Orten, die durch diese fahrbare Bühne zur Theaterkulisse werden, auf Dorf- und Stadtplätzen, auf Wiesen, in Schulhöfen und auf Firmengeländen.

Klassiker mit sozialkritischem Hintergrund

Auch die Eröffnung im Schloss Porcia erfolgt mit Goldoni. „Krawall in Chiogga“ ist angesagt. Das ist eine turbulente Komödie, in der es auch handfest zur Sache gehen wird, denn für die Prügelszenen wird ein Stunttrainer engagiert. Goldoni entwickelte die Commedia dell’arte weiter und begründete die Charakterkomödie. Seine Stücke spiegeln auch die Umstände ihrer Entstehungszeit wieder und zeigen oft den Niedergang des Adels und das aufstrebende Bürgertum.

Das Programm des Ensemble Porcia bietet auch „Bezahlt wird nicht“ von Dario Fo, ein Lustspiel mit starkem sozialkritischem Inhalt. Weiters gibt es eigene Bühnenfassungen der Filmklassiker „Buona Sera Mrs Campell“, nach dem Drehbuch des gleichnamigen Filmes von Melvin Frank, Denis Norden und Sheldon Keller.

Stücke von Don Camillo und Peppone bis Grisu

Auch „Don Camillo und Peppone“ kommen auf die Thetaerbühne. Die Geschichten skizzieren das ländliche Italien kurz nach dem Zweiten Weltkrieg bis in die frühen 1960er Jahre. Die bekanntesten Verfilmungen der Geschichten entstanden zwischen 1952 und 1965 mit Fernandel als Don Camillo und Gino Cervi als Peppone und machten die beiden Hauptdarsteller weltberühmt. Für die ganz jungen Besucher der Komödien auf Schloss Porcia, gibt es die Bühnenuraufführung des Zeichentrickklassikers „Grisu der kleine Drache“. Insgesamt sechs Produktionen sind es, die das Ensemble Porcia aufführt.

Seit Jahrzehnten ist das Ensemble Porica einer der großen Kulturträger in Oberkärnten. Aber dennoch planen und produzieren Ladurner und ihr Team, in finanziell ungesichertem Terrain. „Die finanzielle Situation ist wieder so, dass wir vertröstet werden. Es werden keine wirklichen Zusagen gemacht. Wir haben auch keine wirklichen Verträge in der Hand, weil es muss ja zuerst gewählt werden. Ein bissl verlassen wir uns auch darauf, dass Porcia auch so eine Faktor im Kulturleben ist, dass man nicht sagen könnte, das ist uns wurscht“, so Ladurner. Ab Dienstag sind Theaterkarten auf der neu gestalteten Website online buchbar.

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