Boys’ Day: Interesse so groß wie nie

In Pflege- und Kinderbetreuungsberufen sind Männer noch immer die Ausnahme. In diesem Berufsfeld werden etwa zehn Prozent der Arbeitsplätze von Männern besetzt. Um diese Quote zu erhöhen, wurde am Donerstag zum zehnten Mal der „Boys’ day“ abgehalten.

Bei der Veranstaltung des Österreichischen Sozialministeriums wurde in Kärnten in rund 30 Einrichtungen, vom Kindergarten bis zum Krankenhaus, ein Schnuppertag angeboten. 42 Burschen der Neuen Mittelschulen St. Andrä, Bad St. Leonhard und St. Marein bekamen im LKH Wolfsberg unter fachkundiger Betreuung einen ersten Eindruck vom Beruf der Pflegefachkraft.

LKH Wolfsberg Jugendliche Pflegeberufe schnuppern Krankenhaus
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Teilnehmende Kinder interessiert

Einige Tätigkeiten, durften die 13- bis 15-Jährigen auch selbst ausprobieren. Der Spaß kam bei den Jugendlichen nicht zu kurz, „aber es gibt auch noch viele andere coole Berufe“, sagt der 13 Jahre alte Schüler Florian Koller. Der zwölf Jahre alte Niklas Zmug wolle lieber Mechaniker werden und denkt im Nebenberuf an die Forstbranche. „Ich bin mir überhaupt noch nicht sicher was ich später machen will“, so der 14 Jahre alte Elias Neuhäusel, der es aber sehr gut findet, dass es die Möglichkeit gibt, in den Pflegeberuf hinein zu schnuppern.

LKH Wolfsberg Jugendliche Pflegeberufe schnuppern Krankenhaus
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Mit dem „Boys’ day“ sollen Rollenklischees und Vorurteile abgebaut werden. So hat ein Pfleger mittlerweile wesentlich mehr Aufgaben, als sich ausschließlich um das Wohl von bettlägrigen Menschen zu kümmern.

LKH Wolfsberg Jugendliche Pflegeberufe schnuppern Krankenhaus
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„Boys’ day stärkt die Branche“

„Gerade im diplomierten Gesundheits,- und Krankenpflegebereich dürfen wir zum Beispiel auch Bluttransfusionen verabreichen, sehr technische Dinge machen und vermehrt in der Arztassistenz arbeiten“, so Uta Kolussi, die Pflegedirektion am LKH Wolfsberg ist. Für sie könne man sich durch den Boys’ Day stärken, weil sich Burschen für diese technischen und ärztlichen Assistenzberufe interessieren würden.

Auch in der Betreuung von Kindern und Menschen mit Behinderung finden sich noch kaum Männer. Wer in der Tagesstätte der Lebenshilfe in Wolfsberg arbeitet braucht eine sozialpädagogische Ausbildung. Auch dort sind Männer erwünscht, allerdings kaum vertreten. In den Köpfen gibt es noch immer die Trennung von typischen Frauen- und Männerberufen.

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„Alle Schnupperplätze genutzt“

„Es kommt ganz sicher aus dem familiären Bereich. Ganz stark wird geschaut was macht der Papa, was die Mama. Der Sohn orientiert sich dann eher am Vater, die Tochter an der Mutter. Da merkt man schon traditionelle Karrieren. Von den Betrieben gebe es aber das große Interesse nach Männern in diesem Bereich, weil es dort zu wenig gebe, sagte Mario Unterköfler, der Organisator des Boys’ day Kärnten. Heuer war das Interesse am „Boys’ day“ in Kärnten so groß wie nie zuvor. Erstmals wurden alle 240 angebotenen Schnupperplätze ausgenutzt.

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