Drogenambulanz platzt aus allen Nähten

Immer mehr Menschen greifen zu Drogen. Heroin, Kokain, Amphetaminen oder Opiate sind auch immer einfacher zu bekommen. Die Drogenambulanz in Klagenfurt platzt aus allen Nähten, man betreut 650 Klienten.

Seit das Bundeskriminalamt Klagenfurt in Sachen Suchtgift in einem Atemzug mit Wien nannte, kämpft Klagenfurt mit dem Negativimage als Drogenhochburg - mehr dazu in Klagenfurt zweite „Drogenhochburg“. Derart negative Ausmaße werden vom Landeskriminalamt zwar nicht bestätigt, unbestritten ist aber, dass das Drogenproblem ein immer Größeres wird und Hilfe für die Betroffenen nicht immer rechtzeitig kommt. Heuer gab es in Kärnten bereits sechs Drogentote - mehr dazu in Klagenfurter an Drogen gestorben. Die Klagenfurter FPÖ forderte einen Drogengipfel.

An der Patientenstatistik der Klagenfurter Drogenambulanz lässt sich die Entwicklung der letzten Jahre sehr deutlich ablesen. Ärztliche Leiterin Claudia Scheiber sagte, die Zahl der Patienten sei stetig gestiegen. 107 Patienten waren es vor 15 Jahren, heute sind es 650.

Nicht alle wollen sich helfen lassen

Das sind aber nur diejenigen, die sich helfen lassen wollen, die Dunkelziffer dürfte um ein Vielfaches höher sein. Die meisten Patienten sind zwischen 20 und 30 Jahre alt und haben schon eine längere Drogenkarriere hinter sich. Viele suchen dann Hilfe, wenn sie ernsthafte Probleme bekommen, so Scheiber: „Sie kommen meistens, wenn sie nicht mehr können, entweder sozial oder gesundheitlich beeinträchtigt sind. Wenn sie Jobs und Wohnung verloren haben oder krank sind.“ Es gebe viele, die nicht nur drogensüchtig sind, sondern auch abhängig von Medikamenten und/oder Alkohol.

Ambulanz braucht mehr Platz

Trotz des gestiegenen Bedarfs sind die Räumlichkeiten der Drogenambulanz dieselben wie vor 15 Jahren. Auf 120 Quadratmetern werden bis zu 60 Patienten täglich behandelt. Wegen akuter Platzprobleme musste vor zwei Jahren ein Aufnahmestopp verhängt werden. Auch für die Ärzte keine einfache Situation, so Scheiber, denn man könne nicht allen helfen, die behandelt werden müssten. Man kümmere sich um die aktutesten Fälle, aber es sei nicht leicht, jemanden vertrösten zu müssen. Die Ambulanz in Villach war eine Ausweiche, ist aber nun auch selbst total überlaufen.

Nach zwei gescheiterten Projekten habe man nun endlich Räumlichkeiten in Aussicht. Derzeit finden Verhandlungen statt. Spätestens im Herbst soll die Drogenambulanz umziehen und ihre Arbeit wieder voll aufnehmen können.

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