Pflegepersonal will mehr Posten und mehr Geld

Das Pflegepersonal in den Landeskrankenanstalten hat am Freitag von 8.00 bis 10.00 Uhr eine Betriebsversammlung abgehalten, es gab nur Notversorgung. Sie fordern mehr Personal und mehr Lohn.

„Pflege ist MehrWert“ - unter diesem Motto drängten sich um 8.00 Uhr allein im Klinikum Klagenfurt um die 700 Pflegebedienstete im überfüllten Speisesaal. Der Tenor war eindeutig: Man brauche mehr Zeit für Patienten und das gehe nur mit mehr Personal. Eine solche Solidarität wie im Moment habe er in den Pflegeberufen in 25 Jahren als Zentralbetriebsrat noch nie erlebt, sagte Vorsitzender Arnold Auer.

Betriebsversammlung Pflege KABEG
ORF/Christoph Glantschnig

100 Posten mehr nur „erster Schritt“

Das Forderungspaket an den Dienstgeber - konkret an das Land, wobei die Gemeinden mit zahlen müssen - liegt schon länger auf dem Tisch: Monatlich 200 Euro brutto mehr für diplomierte Fachkräfte, 100 Euro für Pflegeassistenten und eine deutliche Aufstockung des Personalstandes. Es sei signalisiert worden, dass man 100 Posten mehr bekomme. Das könne aber nur ein erster Schritt sein. Die KABEG habe rund 30 Mio. Euro an Rückstellungen bilden müssen, um nicht verbrauchte Urlaube und Zeitguthaben sicherzustellen, so Auer. Diese Rückstellungen würden in der Umrechnung rund 500 bis 600 Dienstposten bedeuten.

Betriebsversammlung Pflege KABEG
ORF/Christoph Glantschnig

Streik nicht ausgeschlossen

Auch bei den Gehaltserhöhungen sieht Auer kaum Spielraum. Zumal die Spitalsärzte 2015 teils kräftige Erhöhungen erhielten und Tätigkeiten wie Blutabnahmen oder das Anhängen von Infusionen gleichzeitig der Pflege übertragen wurden. Sollte sich in den nächsten Verhandlungsrunde nicht abzeichnen, dass man bereit sei, den berechtigten Wünschen entgegenzukommen, werde man weitere Schritte setzen. Diese wären zeitlich wesentlich ausgedehnter als die jetzige Betriebsversammlung. Streik wäre der letzte Schritt, so Auer.

Noch liegt man sieben Mio. Euro auseinander

Die Forderungen seien legitim, heißt es von Land und Kabeg - es spießt sich nur an den Kosten von 15 Millionen Euro. Acht Millionen sagte die Gegenseite bisher zu. Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) sagte als Personalreferent, das Ausmaß sei ein trennender Punkt. Es gebe Verständnis dafür, dass die Beschäftigten eine bessere Work-Life-Balance und mehr Personal brauchen. Angesichts der finanziellen Lage des Landes werde man schauen, dass die Gehälter des Pflegepersonals im österreichischen Durchschnitt angesiedelt seien.

Auch KABEG-Vorstand Arnold Gabriel zeigte für die Forderungen der Pflegekräfte Verständnis. Anders als bei den Spitalsärzten sei es aber nicht mehr möglich, die Gehaltserhöhung aus dem KABEG-Budget zu stemmen. Es gebe noch dort oder da ein paar Einsparvolumina, aber wenn man die Qualität aufrecht erhalten wolle, sei das Sparpotenzial enden wollend. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 18. April angesetzt.

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