Schmerzpatientin: „Warte seit Monaten auf OP“

Eine Schmerzpatientin erhebt in einem Brief massive Vorwürfe gegen das Land und die Kabeg. Der Frau sollte im Oktober eine Schmerzsonde implantiert werden, die Operation hat aber bis heute nicht stattgefunden. Die FPÖ übt Kritik.

Hannelore R. klagt in dem Brief über die aus ihrer Sicht mangelhafte Gesundheits- und Grundversorgung der Bevölkerung. Diese sei in Kärnten offenbar nicht sichergestellt, schreibt sie in ihrem Brief, der neben den Medien auch an Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser und den Landesrechnungshof geschickt wurde.

Patientin klagt über vier Mal verschobene OP

Eigentlich hätte Hannelore R. nach einer Rückenwirbelschädigung und einem langen Leidensweg am 24. Oktober diesen Jahres eine Schmerzsonde implantiert werden sollen - bis heute hat aber keine Operation stattgefunden. Vier Mal sei der Eingriff geplant gewesen, die OP sei aber immer wieder verschoben worden, so die Darstellung von Hannelore R. „Auf meine Nachfrage über den Grund der viermaligen Absage wurde mir mitgeteilt, dass kein OP-Material mehr vorhanden sei“, schreibt sie. Von wem sie diese Information erhalten haben will, gibt Hannelore R. in ihrem Brief nicht an.

Land und Kabeg dementieren Budgetkürzung

Sowohl die KABEG als auch das Land dementieren, dass notwendiges Operationsmaterial wegen gekürzter Finanzmittel nicht vorhanden sei, wie das von Hannelore R. im Brief vermutet wird. In einer Stellungnahme gegenüber dem ORF sagte Gesundheitsreferentin Beate Prettner (SPÖ): „Ich schließe das aus. Gerade wenn es um Schmerzpatienten geht, kann ich sagen, dass wir hier über dem österreichischen Schnitt agieren und auch die Ausgaben über diesem Österreichschnitt liegen.“

Akutpatienten haben Vorrang

Dass die OP schon im Oktober hätte stattfinden sollen, aber wirklich verschoben werden musste, räumt die zuständige Abteilung für Neurochirurgie am Klinikum aber ein. Es habe eine für die Operation nötige Hochfrequenz-Sonde bestellt werden müssen, einmal sei jemand aus dem OP-Team krankheitsbedingt ausgefallen. Außerdem müsse man Akutpatienten aus ethischen Gründen den Vorzug vor chronisch Kranken geben.

Schmerzmedikamente „nicht kassenzulässig“

Die opiathaltigen Schmerzmittel, die man Hannelore R. am Klinikum verschrieben hatte, wurden von der Gebietskrankenkasse jedenfalls abgelehnt. Diese seien „nicht kassenzulässig“, heißt es dazu vom GKK-Chefarzt, es gebe eine Menge Alternativen für das verschriebene, starke Medikament, das nicht im sogenannten „Erstattungscodex“ enthalten sei - eine Haltung, die wiederum auf der Schmerzambulanz am Klinikum für Kopfschütteln sorgt.

Wie dem ORF am Freitag mitgeteilt wurde, soll Hannelore R. am 27. Jänner die für sie notwenige Operation gegen ihre Schmerzen bekommen - drei Monate später, als eigentlich geplant war.

FPÖ kritisiert GKK und Klinikum

FPÖ-Klubobmann Christian Leyroutz übte am Samstag heftige Kritik am Klinikum Klagenfurt und an der Kärntner Gebietskrankenkasse. Für Leyroutz ist die Vorgangsweise eine Folge der Sparmaßnahmen und es sei inakzeptabel, dass Kontrollärzte in der GKK notwendige medikamente nicht genehmigen.

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