Hypo-Prozess um Kroatienprojekt vertagt

Der Untreueprozess gegen Ex-Hypo-Vorstand Günter Striedinger im Fall der kroatischen Insel Jakljan am Landesgericht Klagenfurt ist am Mittwoch neuerlich vertagt worden. Unter anderem müsse ein Zeuge erneut befragt werden.

Die Vorsitzende des Schöffensenats, Richterin Ute Lambauer, erklärte, einen zusätzlichen Zeugen und einen weiteren Bericht zu brauchen. Auch der für diesen Tag vorgesehene Zeuge war nicht erschienen. Befragt werden sollte Heinz Truskaller, zum fraglichen Zeitpunkt Chef der Hypo Kroatien. Er ließ sich wegen Krankheit entschuldigen.

Projekt geplatzt

Im Prozess geht es um ein Bauprojekt auf der kroatischen Insel Jakljan aus dem Jahr 2005. Die Hypo hatte der Jadranski Luksuzni Hotel d.o.o. des kroatischen Unternehmer Goran Strok einen Kredit in Höhe von 6,7 Mio. Euro gewährt. Als Sicherheit war die Eintragung einer Hypothek ins Grundbuch vorgesehen gewesen, was jedoch nicht möglich war, weil die Liegenschaft auf der Insel Jakljan von Serbien verkauft wurde, aber Kroatien im Grundbuch als Eigentümer aufschien. Das Projekt kam nie zustande.

Schadenersatz von sechs Mio. Euro gefordert

Striedingers Anwalt Hannes Arneitz erklärte am Rande des Prozesses gegenüber der APA, auf der Befragung des Zeugen bestehen zu wollen. Die Entscheidung darüber liegt beim Schöffensenat, der darüber und auch über weitere Beweisanträge zu einem späteren Zeitpunkt beraten wollte. Der Privatbeteiligtenvertreter in dem Verfahren forderte am Mittwoch einen Teilschadensersatz in Höhe von knapp sechs Mio. Euro, was von Striedinger beziehungsweise dessen Anwalt nicht anerkannt wurde.

Striedinger könne für diesen Betrag keineswegs haften, er habe den Kredit nicht allein bewilligt, es hätten vielmehr der Gesamtvorstand und alle Mitglieder des Kreditausschusses sowie des Aufsichtsrats dem zugestimmt. Allen Gremien sei der entsprechende Kreditantrag vorgelegen, sagte Arneitz. Die Hauptverhandlung wurde auf 21. Jänner vertagt.

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