Suche nach Asbestaltlasten

Nach dem Asbestfund im Görtschitztal letzte Woche sind mittlerweile sechs alte Lagerstätten bekannt. Nun leitete das Land intensive Untersuchungen ein. Es wird nach weiteren Asbestaltlasten gesucht.

Vor rund einer Woche war auf einem Acker in Eberstein das Umweltgift Asbest gefunden worden. Das Land sprach von Bauschutt, die Umweltorganisation Global 2000 vermutete Produktionsrückstände aus dem Wietersdorfer Zementwerk - mehr dazu in Asbest: Keine Sofortmaßnahmen nötig. Bis 1977 wurde in der Gegend Asbest verarbeitet, der gefährliche Stoff durfte damals noch legal in Mulden abgelagert werden.

Mittlerweile gab Wietersdorfer insgesamt sechs solcher Altlagerstätten bekannt – mehr dazu in Görtschitztal: Noch mehr Asbestablagerungen. Der mittlerweile asphaltierte Eislaufplatz in Klein St. Paul ist einer der sechs vom Wietersdorfer Zementwerk genannten Orte. Die anderen sollen über das Görtschitztal verstreut und meist verwachsen sein.

Erste Ergebnisse noch vor Weihnachten

Darauf, wie man mit diesen Altablagerungen umgehen soll, einigten sich Vertreter des Landes und des Werkes am Donnerstag mit Umweltexperten bei einem runden Tisch. Der von Global 2000 empfohlene Experte Robert Sedlacek und ein Amtssachverständiger des Landes werden alle sechs Orte in den kommenden Tagen unter die Lupe nehmen.

Sie sollen ermitteln, welches Risiko besteht und wie die Allagerstätten gesichert oder saniert werden können. Erste Ergebnisse soll es noch vor Weihnachten geben. Um alle möglichen Ablagerungen zu finden, wird auch die Bevölkerung im Görtschitztal um Mithilfe gebeten.

Gesundheitsrisiko wird erhoben

Eine unmittelbare Gesundheitsgefährdung gebe es nicht, betonte Landesjurist Albert Kreiner am Donnerstag erneut. Ob eine mittelbare Gefährdung eintreten könne, wird nun geklärt. Nach dieser Risikoabschätzung würden bei Bedarf entsprechende Maßnahmen zur Sanierung oder Sicherung der Stätten erarbeitet, hieß es.

Bis 1977 Asbest verarbeitet

Im Görtschitztal wurde bis zum Jahr 1977 Asbest verarbeitet, zahlreiche Menschen erkrankten an Lungenkrebs. Neben Lungenkrebs treten als Spätfolgen von Asbestbelastung vor allem Mesotheliome auf, das sind bösartige Tumore des Rippen- und Bauchfells.

Weiters kann Asbest Lungenfibrose und auch Kehlkopfkrebs auslösen. Der Asbest wurde bei den Wietersdorfer Zementwerken verarbeitet, jenem Betrieb, über dessen Schornstein auch Hexachlorbenzol in die Umwelt gelangte. 1978 wurde in Österreich die Verwendung von Asbest bei Spritz- und Sprühverfahren verboten, 1983 wurde auch die Verwendung von Asbest bei Wärme- und Schallisolierung verboten.

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