Asbest: Keine Sofortmaßnahmen nötig

Die Umweltorganisation Global 2000 hat am Mittwoch Asbestalarm gegeben, nachdem auf Ackerflächen im Görtschitztal Verunreinigungen festgestellt worden sind. Sofortmaßnahmen sind laut einem Sachverständigen des Landes nicht erforderlich.

Nach Ansicht des Amtssachverständigen besteht auf dem betreffenden Acker in der Gemeinde Eberstein „kein über das übliche Ausmaß einer Bauschuttlagerung hinausgehendes konkretes Gefahrenpotenzial für Menschen, Luft, Boden, Pflanzen, Grundwasser oder weitere Umweltgüter“.

Acker Görtschitztal Asbestbelastung
ORF

Asbest in „knollenartigen kleinen Klumpen“

Der Sachverständige hatte sich am Mittwoch nach dem Umweltalarm von Global 2000 auf den Weg nach Eberstein gemacht und festgestellt, dass es dort neben zusammengeschnittenen Kanalrohren auch „eine lokal begrenzte Ablagerung von Bauschutt mit einem Flächenausmaß von ca. 20 mal 30 Meter“ gibt. Asbest wurde vom Sachverständigen in „knollenartigen verfestigten kleinen Klumpen“ gefunden, die „nunmehr beim Pflügen an die Oberfläche gebracht und kleinflächig verteilt wurden“.

„Unbestritten“ sei jedoch, dass „es sich um eine unzulässige, bisher unbekannte lokal begrenzte Ablagerung von Bauschutt“ handle. Auf der Grundlage eines Gutachtens müsse der Boden aufgegraben werden, um die Tiefe der Bauschuttgrube festzustellen und das Material fachgerecht zu entsorgen.

Keine Angaben zu Ausmaß von Global 2000

Die Umweltorganisation Global 2000 hatte in ihrer Aussendung vorerst keine Angaben zum Ausmaß der Asbestbelastung gemacht. Diese werde am Donnerstag bei einer Pressekonferenz bekannt geben, hieß es zuerst. Die Untersuchung der Proben mit einem Rasterelektronen-Mikroskop erfolgte am Mittwoch. Auch der von Global 2000 hinzugezogenen Sachverständige Robert Sedlacek war zu dem Ergebnis gelangt, dass die Proben Asbest enthalten.

Vom Land hieß es am Mittwoch in einer ersten Reaktion, man sei - „im Interesse der Bevölkerung“ - verwundert darüber, dass von Global 2000 nicht zuerst die Behörden informiert wurden, sondern die Medien.

Altlasten der Asbestverarbeitung

Im Görtschitztal wurde bis zum Jahr 1977 Asbest verarbeitet, zahlreiche Menschen erkrankten an Lungenkrebs. Neben Lungenkrebs treten als Spätfolgen von Asbestbelastung vor allem sogenannte Mesotheliome auf, das sind bösartige Tumore des Rippen- und Bauchfells.

Weiters kann Asbest Lungenfibrose, aber auch Kehlkopfkrebs auslösen. Das Asbest wurde bei den Wietersdorfer Zementwerken verarbeitet, jenem Betrieb, über dessen Schornstein das Hexachlorbenzol in die Umwelt gelangte.

Überarbeiteter Endbericht zu HCB

Auch das Thema HCB im Görtschitztal beschäftigte am Mittwoch den Untersuchungsausschuss im Kärntner Landtag. Dessen Vorsitzender, Wilhelm Korak vom BZÖ, legte den anderen Fraktionen einen überarbeiteten HCB-Endbericht vor. Die Parteien haben nun eine Woche Zeit, den Bericht zu überprüfen. Es geht vor allem um Ergänzungen, wie etwa Stellungnahmen der Parteien bezüglich der politischen Verantwortung. So sollen Beate Prettner von der SPÖ, Rolf Holub von den Grünen und Wolfgang Waldner von der ÖVP säumig gewesen sein. Korak ist optimistisch, dass der Endbericht in der nächsten Woche vom Ausschuss beschlossen wird - mehr dazu in HCB-Endbericht sieht politisches Versagen.

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