Älteste Saurierspuren in Kärnten gefunden

Zwei Geologen haben im Laaser Berg im Geo-Park Karnische Alpen 22 Gesteinsplatten mit Saurierfährten gefunden. Diese konnten nun zwei prähistorischen Tieren zugeordnet werden, die vor 280 Millionen Jahren gelebt haben sollen. Laut Geopark handelt es sich um die ältesten Saurierfunde Österreichs.

Bereits vor 35 Jahren stieß man im Gailtal auf erste Fährten ursprünglicher Landwirbeltiere, nun konnten dort zwei weitere Vertreter gesichert nachgewiesen werden. Laut Geo-Park ist damit der einzige Nachweis dieser Tiere im gesamten Alpenraum geglückt.

Gesteinsfund, Saurier, Diapsid, seymouria
Sebastian Voigt
Seymouria

Bindeglied zwischen Amphibien und Reptilien

Insgesamt fanden die Geologen im Laaser Berg, oberhalb von Kötschach-Mauthen, 22 Gesteinsplatten mit Saurierfährten. Sie stammen laut Geo-Park von zwei verschiedenen Sauriern, die mit einem halben Meter Länge etwa gleich groß waren. Gefunden wurden Spuren von reptilienähnlichen Amphibien, auch Seymouria genannt, sowie von frühen Reptilien (Diapsiden).

Im August des Vorjahres waren die Geologen Sebastian Voigt, Leiter des Urweltmuseums GEOSKOP in Deutschland, und Lorenzo Marchetti, Dissertant an der Universität Padua, in den Gailtaler Alpen unterwegs, um gezielt nach den ältesten Saurierfährten in Österreich zu suchen.

Während man sich die Seymouria als eher plumpe kleine Tiere mit einer Ähnlichkeit zu kleinen, gedrungenen Krokodilen vorstellen kann, ähneln die Diapsiden großen, schlanken Eidechsen mit langen Schwänzen. Bei dem Erstfund vor 35 Jahren handelte es sich wahrscheinlich um Diadectiden. Diese engen Verwandten der Seymouria sind zwei bis drei Meter lang und ebenfalls eher gedrungen. Sie stellen das Bindeglied zwischen Amphibien und Reptilien dar und sind deshalb von besonderer Bedeutung.

Gesteinsfund, Saurier, Diapsid, seymouria
Sebastian Voigt
Diapsid

Wüstenklima in den Alpen

Laut Geo-Park Karnische Alpen erreichten die größten Saurierabdrücke eine Länge von fünf Zentimetern. Fossile Abdrücke von Wellen und Trockenrissen im Gestein wiesen darauf hin, dass die Tiere in einem inneralpinen Becken in einem Wüstenklima lebten, wobei das Becken immer wieder überflutet wurde. Zudem wurden Blätter gefunden, die den versteinerten Bäumen von Laas zugeordnet werden könnten. Die Funde seien von so hoher Bedeutung, dass die Geologen planen, 2015 gezielt weiter zu suchen.

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