Webcams in aller Welt aus dem Mölltal

Vom Mölltal aus werden Webcams für die ganze Welt gebaut und betrieben. Die Kameras von Gerhard Keuschnig haben eine eigene Stromversorgung und können daher auch von abgelegensten Orten senden. Er arbeitet weiter an noch besserer Bildqualität.

Für Skiliftbetreiber, Tourismusbetriebe oder Ausflugsziele sind Webcams nicht mehr wegzudenken. Webcams werden aber auch immer öfter für wissenschaftliche Zwecke genutzt, etwa um den Klimawandel zu beobachten und zu dokumentieren. Der Mölltaler Gerhard Keuschnig setzt dabei mit seinem Foto-Webcams besondere Maßstäbe, sie haben eine eigene Stromversorgung und liefern so z.B. Bilder aus dem Hochgebirge oder auch aus Grönland: „Für den Strom sorgt eine kleine Photovoltaikanlage. Das Internet wird in den allermeisten Fällen per Wlan-Richtfunk realisiert oder auch teilweise mit Mobilfunktechnik LTE.“

Webcambauer Keuschnig Mölltal

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Bilder von den Hohen Tauern

Nur die Webcam beim Wallackhaus kann Keuschnig zu Fuß ohne stundenlangen Zustieg erreichen. Die Kamera liefert rund um die Uhr Bilder aus der jetzt verschneiten Bergwelt der Hohen Tauern. Rund 200 solcher Webcams baute der Mölltaler in den letzten drei Jahren. Meist sind sie an schwer zugänglichen Orten zu finden. Alle zehn Minuten wird ein Bild geschossen und übermittelt, selbst bei trübem Wetter funktioniert die Kamera in der Regel bis zu zwei Wochen. Keuschnig sagte, an autarken Stationen könne man das Bildintervall reduzieren, wenn der Strom knapp werde. „Das können wir vom Server aus steuern und somit mehr Energie sparen.“

Webcambauer Keuschnig Mölltal

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Beim Wallakhaus steht eine leicht erreichbare Webcam

Robuste Technik für das Hochgebirge

Zusammengebaut und programmiert werden die Webcams auf einem Bauernhof hoch über Mörtschach. Von hier aus kann Gerhard Keuschnig jede Kamera per Fernsteuerung bedienen und sogar eine eingebaute Heizung aktivieren, damit die Kamera auch bei extremen Verhältnissen scharfe Bilder liefert: „In erster Linie ist es wichtig, dass die Technik robust ist, wir haben viele Standorte im hochalpinen Bereich. Sie müssen Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 km/h locker aushalten. Die Hardware muss mit der Software perfekt zusammenspielen.“

Webcambauer Keuschnig Mölltal

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Tüftler und Webcambauer Gerhard Keuschnig

Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern

Dass die Webcams made im Mölltal bestens funktionieren, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Ob auf dem Sonnblick, in Peru oder in Grönland, auch Wissenschaftler nützen die hochauflösenden Bildern aus den entlegensten Regionen immer öfter für Forschungsprojekte: „Das Herzstück jeder Webcam ist eine Spiegelreflexkamera, mit der es möglich ist, auch in Dämmerung und Nacht brauchbare Bilder zu liefern.“ Er arbeitet mit der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik zusammen, auch mit Unis oder anderen Wissenschaftlichen Institutionen, die einigen Anspruch auf das Bildmaterial hätten, so Keuschnig. Deshalb tüftelt der webcambauende Landwirt weiter an jedem Detail.

Webcambauer Keuschnig Mölltal

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Die Kommandozentrale für alle Kameras

Ein Ziel sei es, dass auf jedem Kontinent der Welt mindestens eine Kamera von ihm stehe, so Keuschnig. Aber dann ganz bestimmt an Standorten, die man nicht ganz bequem erreichen kann.

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