Zwei Immobilienfirmen in Seeboden pleite

Die Austrostar Immobilien GmbH und die MR Bauträger GmbH in Seeboden mussten Konkurs eröffnen. Die Zeiten für die Kärntner Bauwirtschaft sind generell schwierig, wegen des Sparpakets des Landes gingen die öffentlichen Bauaufträge zurück.

Laut dem Kreditschutzverband von 1870 ist die Austrostar Immobilien GmbH mit knapp 1 Mio. Euro überschuldet. Insgesamt sind von der Pleite 14 Gläubiger betroffen. Die Insolvenzursachen der Austrostar Immobilien GmbH liegen darin, dass die Kosten des Vertriebs insbesondere des Werbeaufwands nicht durch entsprechende Verkaufsprovisionen kompensiert werden konnten.

Die Gesellschaft hatte in diesem Zusammenhang in den letzten Jahren insbesondere gegenüber der „Rauter Group GmbH“ als Mehrheitsgesellschafterin Verbindlichkeiten angehäuft, was zur Zahlungsunfähigkeit führte. Die Passiva der Austrostar Immobilien GmbH betragen etwa 1,2 Mio. Euro.

Keine Mitarbeiter beschäftigt

Auch über das Vermögen der MR Bauträger GMBH wurde ein Konkursverfahren eröffnet. Das Unternehmen ist mit 1,5 Mio. Euro überschuldet. Aktiva von 2,78 Mio. Euro stehen Passiva von 4,20 Mio. gegenüber. In diesem Insolvenzfall gibt es 30 Gläubiger. Die MR GmbH betreibt seit Juni 2008 die Organisation, Errichtung und den Verkauf von Wohnbauten. Vorher wurde diese Gesellschaft unter dem Namen Michael Rauter Bauträger GmbH geführt. Derzeit ist der Betrieb geschlossen. Mitarbeiter waren zuletzt mit Ausnahme des Geschäftsführers keine mehr beschäftigt. In den letzten Monaten wurden von der Schuldnerin auch keine neuen Projekte angenommen.

Als Gründe der Insolvenz wird bei der MR GmbH angeführt, dass sie sich mit der Errichtung der Gesellschaft im Jahr 2008 auf „hochwertige“ Bauträgerprojekte spezialisierte, womit in der Folge auch erhöhte Kosten anfielen und mit denen die Schuldnerin nicht rechnete. Außerdem habe man sich bei der Nachfrage nach höherpreisigen Immobilien verkalkuliert. Das Käuferpotential blieb weit hinter den Erwartungen. Derzeit plant die Schuldnerin nicht die Fortführung des Betriebes. Ob der Abschluss eines Sanierungsplanes von der Schuldnerin angestrebt wird, ist derzeit nicht bekannt. Jedoch steht die Schuldnerin einem solchen nicht ganz negativ gegenüber.

Baubranche in der Krise

Generell wird die Lage in der Kärntner Baubranche derzeit als schwierig bezeichnet. 1.674 Bauarbeiter sind laut der Wirtschaftskammer-ARGE Bauwirtschaft in Kärnten ohne Job. Gerhard Oswald, der Obmann der Arbeitsgemeinschaft, blickt sorgenvoll in die Zukunft. Vor allem die Sparmaßnahmen der öffentlichen Hand würden der Branche zusetzen. Lobend streicht Oswald jedoch das Bestbieterprinzip hervor, das vielen regionalen Betrieben zugutekommt. Bei der Landesimmobiliengesellschaft sei dieses Prinzip bereits eingeführt, seit Anfang September auch bei den gemeinnützigen Bauvereinigungen.

Eine Pleitewelle sei in Österreich aber derzeit nicht zu erwarten, sagt Arno Ruckhofer vom Alpenländischen Kreditorenverband. Derzeit liege man bei den Insolvenzen im Schnitt der Vorjahre, eine Steigerung erwarte er in der nächsten Zeit nicht.