87-jähriger Deutscher tot geborgen

Jener 87 Jahre alte Deutsche, nach dem seit seinem Hilferuf via Handy fieberhaft im Plöckengebiet gesucht worden war, ist am Donnerstag tot aus unwegsamen Gelände geborgen worden.

Der deutsche Urlauber hatte am Dienstag mit seinem Handy die Polizei alarmiert und gemeldet, dass er im Bereich des Grünsees gestürzt sei. Laut Einsatzkräften klang der Mann sehr geschwächt und konnte keine Angaben über seinen genauen Aufenthaltsort machen. Dann riss der Telefonkontakt mit dem Pensionisten ab. Am Donnerstag gegen 15.00 Uhr war es für die Einsatzkräfte dann traurige Gewissheit: Sie fanden den Toten im unwegsamen Gelände.

„Der Wanderer ist in einem steilen Wald in eine Seitengraben der Mauthnerklamm über Felsen abgestürzt“, so Einsatzleiter Bezirksinspektor Heribert Patterer gegenüber der APA. „Der Deutsche war sicher massiv verletzt“. Der Fundort der Leiche befand sich rund 1,5 Kilometer weit vom primären Suchgebiet, dem Grünsee, entfernt.

Grünseeschlucht erfolglos durchsucht

Rund hundert Einsatzkräfte hatten am Donnerstag - vor dem erwarteten Wintereinbruch in den Bergen - fieberhaft nach dem vermissten Wanderer gesucht. Neben Feuerwehr, Polizei und Bergrettung mit Hunden und Hubschraubern wurden auch Taucher bei der Suchaktion im Angerbachtal im Bereich des „Kleinen Pal“ bei Kötschach-Mauthen eingesetzt, um den Grünsee abzusuchen.

Weil vermutet wurde, dass der Mann in die Grünseeschlucht gefallen sein könnte, stiegen zwei Bergretter in Neoprenanzügen in die Schlucht und überprüften den Wasserlauf, fanden jedoch keine Hinweise.

Grünsee, Plöckengebiet

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Der Grünsee wurde am Donnerstag von Tauchern abgesucht.

Suchaktion Wanderer

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Bei der Suche nach dem Mann waren am Dienstag und Mittwoch über 40 Helfer im Einsatz. In Suchketten gingen Bergretter, Polizisten und Feuerwehrleute das Hochtal abg, ebenso die Wege auf den Polinik und den kleinen Pal.

Vergebliche Suche mit Wärmebildkamera

In der Nacht auf Donnerstag wurde das Gebiet vom Hubschrauber aus mit einer Wärmebildkamera abgesucht - ebenfalls ergebnislos. Und das, obwohl die Kamera Temperaturunterscheide von einem Grad erkennen kann.

Auch das Handy des Mannes konnte nicht geortet werden, da es entweder abgeschaltet oder beschädigt wurde. Wo zum letzten Mal telefoniert wurde, ließ sich nur sehr ungenau feststellen.

Wintereinbruch ließ Rettern keine Zeit

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Die Zeit für eine Rettung war immer knapper geworden: In den vergangen zwei Nächten lag die Temperatur in 1.300 Meter Seehöhe zwar deutlich über null Grad. In der Nacht auf Freitag hätte der Frost ein Übernachten im Freien ohne ausreichenden Schutz lebensgefährlich gemacht.