Denis Novato beim Harmonikaspielen im Karst
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Karstreise mit Musik und Wein

„Servus, Srecno, Ciao“ besucht diesmal den Harmonika-Virtuosen Denis Novato, der in Triest seine Heimat fand. Außerdem war das Team zu Gast im Weinkeller von Edi Kante, der nicht nur Winzer, sondern auch Künstler ist.

Denis Novato wuchs in Dolina auf, nur wenige Kilometer von der Grenze zu Slowenien entfernt. Triest, die Stadt der Vielfalt, ist heute seine Stadt. Gerne spaziert er, wenn er nicht gerade zu einem Auftritt unterwegs ist oder seine Schülerinnen und Schüler unterrichtet, über die Piazza Unità, genießt die Stimmung am Meer, lässt sich inspirieren und denkt über sein Triest nach.

Denis Novato in Triest
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Denis Novato auf der Piazza Unità in Triest

Faszination des Meeres

Er sagte, die Stadt sei Treffpunkt verschiedener Kulturen, Meinungen und musikalischer Richtungen. Er sei froh, dass er hier aufgewachsen sei: „Weil mir das Meer auch viel bedeutet, weil es mir die Welt öffnet. Dieses Gefühl und die Faszination der Gegend spiegelt sich dann auch in meiner Musik wider.“

Sendungshinweis:

Servus, Srecno, Ciao, 13.11.2021

Novato ist überzeugt davon, dass in der Musik die Interpretation ganz wichtig sei, weil die einfachste Melodie ganz verschieden klingen könne, je nachdem, wie man sie spiele: „Ich habe das klassische Akkordeno studiert, bevor ich zur Volksmusik gekommen bin, deshalb habe ich auch andere Voraussetzungen. Das unterscheidet mich von anderen Harmonika-Spielern.“

Denis Novato zu Besuch im Kapuzinerkeller
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Im Kapuziner-Keller tritt Denis Novato immer wieder auf

Musikabende im Kapuziner-Keller

Wenn Denis Novato den Kapuziner-Keller von Gianni Vesnaver besucht, treffen einander zwei Freunde. Gianni führte den Keller ursprünglich als Fisch-Lokal und stellte dann auf bodenständige Küche und zünftige Getränke um: „Denis Novato hat unsere Geschichte mitgestaltet. Wir haben vor 20 Jahren begonnen und kaum jemand kannte unser Lokal. Dann haben wir mit ihm musikalische Abende veranstaltet und das Lokal war plötzlich voll. Diese Abende waren schwungvoll, fröhlich und bei seiner Musik haben alle mitgefeiert.“ So verbindet die Musik Menschen und gibt der Stadt am Meer ihren ganz eigenen Charakter.

Denis Novato im Weinkeller von Edi Kante
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Denis Novato und Edi Kante

Im Weinkeller von Edi Kante

Zwanzig Meter tief im Felsen des Karst reift der Wein im Keller von Edi Kante in Prepotto. Schon als Kind arbeitete er im Weinbau mit, widmete sich dann der Kunst und begann schließlich selbst einen Weinbaubetrieb.

Edi kultiviert seine Weinstöcke nach alter Überlieferung, lässt sie wachsen und sich entwickeln. Ihm geht es nicht um die Menge, die Qualität ist ausschlaggebend letztlich auch die Geschichte, die ein Wein erzählt: „Eine Karstgrotte hat mich motiviert, einen Felsenkeller zu bauen, dies schafft eine natürlich Umgebung. Mir gefallen auch die Holzfässer, sie lassen den Wein naturnahe reifen. Vitovska oder auch Teran sind Sorten, die schon unsere Vorfahren kultiviert haben, also ein Ausdruck unserer Geschichte. Genau so wollte wollte ich weitermachen.“

Weinflaschen mit von Edi Kante gestalteten Etiketten
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Künstlerisch gestaltete Weinflaschen von Edi Kante

Wer den Verkostungsraum von Edi Kante besucht, kommt auch in den Genuss seiner Kunst. Seine Bilder gestalten den Raum und die Etiketten der Weinflaschen lassen vermuten, dass auch der Inhalt eine Komposition aus Kunst, jahrzehntelanger Erfahrung und der Kraft des Karsts ist.

Karstwinzer laden zu Genussveranstaltung

Unter dem Namen „Okus“ (Slowenisch und Deutsch „Geschmack“) findet von 19. bis 21. November unter der Ägide von Slow Food eine Genussveranstaltung der Karstwinzer statt. Geplant sind neben einer Buchpräsentation mit Slow Food-Autoren auch eine Reihe von Geschmackslabors mit internationalem Käse, regionalen Slow Food-Produkten und den lokalen Weinen, sowie Besuche bei den Winzern von „Carso Kras“.

Bei einem Galadinner stehen folgende Köstlichkeiten auf der Speisekarte: Merlan „in savor“ mit Roter Zwiebel aus Cavasso mit Honiggin; Brovada-Souflé mit historischen Apfelsorten aus Nordfriaul und Knoblauchcreme aus Resia; Jota revisited mit San-Quirino-Bohnen; Rindsgulasch und Polenta aus historischer Getreidesorte, Cacio-Käse und Honig; eine Selektion friulanischer Slow-Food-Käse in Begleitung von Honig aus dem Karst und süße Strucchi mit Terranlikör.