Bienenstöcke im Museum
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Bienenbrettchen und Skulpturen aus Mežica

In Mežica (Mießdorf) in der slowenischen Region Koroška (Unterkärnten), auf der slowenischen Seite der Petzen, gibt es ein Imkereimuseum, das ein Kärntner vor mehr als hundert Jahren begründete. Außerdem arbeitet im Ort Holzkünstler Rudi Novak.

Rudolf Gallob, geboren am 18. April 1900 in Fürnitz, kam im Jahr 1921 als Lehrer nach Mežica. Er wirkte, wie es damals üblich war, geradezu umfassend, interessierte sich für viele Themen und gab sein Wissen gerne an die Kinder, aber auch die Erwachsenen des Ortes weiter.

Umfassendes Imkerwissen für Nachwelt erhalten

Sein liebstes Hobby war die Arbeit mit Bienen und er baute in der Region das Imkereiwesen auf. Dazu interessierte er sich auch für Pflanzen, Obstbau und die Natur ganz allgemein.

Rudolf Gallob aus Kärnten
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Erinnerungen an Rudolf Gallob im Museum

Dušan Krebel, der Bürgermeister Mežica, sagte, Gallob habe als Universalgelehrter und „gut organisierter Mensch“ gegolten, der in seinem Leben auch eine wertvolle Sammlung angelegt hatte: „Diese umfasste eine ganze Reihe von Dokumenten, die auch von der heutigen Generation der Imker gerne verwendet werden.“

Von „Krainer Bienenstöcken“ zu beweglichen Waben

Bis zum Ende des ersten Weltkrieges wurden die Bienen in der Region von Mežica in sogenannten „Krainer Bienenstöcken“ gehalten. Später – und unter Mitwirkung von Rudolf Gallob – erfolgte dann die Umstellung auf Beuten mit beweglichen Waben. So konnten die Völker wesentlich besser betreut werden und auch die Honiggewinnung ließ sich einfacher bewerkstelligen.

Utensilien für Imker im Museum
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Imkerwerkzeuge im Museum

In den 1920er-Jahren entwickelten die Imker auch selbst Hilfsmittel, wie Schwarmkisten oder auch Werkzeuge, die in ähnlicher Form heute noch verwendet werden.

Imker haben so gut wie nie Ruhepause

Die Imkersaison neigt sich jetzt im Herbst ihrem Ende zu. Bis zum Frühjahr ist es jetzt ruhiger, zu tun gibt es aber immer etwas, sagt Pavel Praper vom Imkerverein Mežica: „Im Jänner beginnt die Königin wieder zu legen und das Volk verbraucht dann mehr Futter. Etwas später sehen wir dann nach, wie das Volk im Stock sitzt, wie es den Winter überstanden hat und wie es sich entwickelt. Einige werden sich schwächer, die anderen besser entwickeln. Das kann man dann beurteilen.“

Sendungshinweis:

Servus, Srecno, Ciao, 30.10.2021

Vieles ging verloren

Besonders wertvoll ist die Sammlung an sogenannten Stirnbrettchen, die bei den Krainer Bienenstöcken gebräuchlich waren. Bei der Umstellung auf die Beuten mit beweglichen Waben gingen zahlreiche Exemplare verloren, weshalb die Sammlung bemerkenswert ist.

Bienenbrettchen
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Bienenbrettchen

Die Themen sind vielfältig und gehen von christlichen Motiven über Bilder aus dem Alltag bis hin zu lustigen Szenen aus dem Leben. Das Imkereimuseum in Mežica kann auch im Winter auf Anfrage besucht werden.

Bienenbrettchen
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Bienenbrettchen

Zu Besuch bei Holzkünstler Rudi Novak

Auch für Freunde der gegenständlichen Kunst gibt es in der Ortschaft einiges zu entdecken: Rudi Novak interessiert sich seit seiner Kindheit für Holz und die Kunst, dieses auch in Form zu bringen. Dass dabei heute auch Maschinen zum Einsatz kommen ist eine Entwicklung der Zeit. Als Kind hütete er Ziegen und stellte mit seinem Taschenmesser erste Schnitzversuche angestellt. Mittlerweile ist er ein anerkannter Holzkünstler, der auch zahlreiche internationale Kontakte pflegt. Oft begleitet ihn dabei auch seine Kettensäge.

Rudi Novak mit einer Skulptur
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Rudi Novak bei der Arbeit

Säge, Fräse und Schnitzeisen

Rudi Novak: „Der Unterschied zwischen Maschine und Handarbeit ist groß, weil mit der Kettensäge und der Fräse mache ich die Vorarbeiten und entferne die großen Teile. Die Feinarbeit erfolgt dann mit den Schnitzeisen.“

Skulpturenschnitzen mit der Motorsäge
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orarbeit mit der Motorsäge

In der kühleren Jahreszeit verbringt Rudi Novak viel Zeit in seiner Werkstatt. Am liebsten arbeitet er an einem einzigen Stück bis zur Fertigstellung und beginnt dann die nächste Skulptur: „Die Geschichten, die ich vom Autor Vinko Möderndorfer lese, geben mir einen roten Faden, etwa jene von den Türken in Mežica. Außerdem lasse ich mich noch von Kurzgeschichten des Autors Prezihov Voranc inspirieren.“

Rudi Novak beim Arbeiten
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Feinarbeit mit dem Schnitzeisen

Gerne gestaltet der Künstler auch Uhren – von klassisch bis zur Uhr im hohlen Stamm ist da vieles dabei.