Grenzübergang Gralblach-Holmec Krieg Brand Grenzgebäude
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30 Jahre Unabhängigkeit Sloweniens

Vor 30 Jahren begann mit der Unabhängigkeitserklärung Sloweniens der Zerfall des sozialistischen Jugoslawiens. Der Krieg in Slowenien dauerte nur zehn Tage und forderte weniger als 100 Todesopfer.

Der Grenzübergang Gralblach-Holmec bei Bleiburg erweckt heute einen sehr beschaulichen Eindruck. Die Österreicher kontrollieren hier derzeit nur wegen der Coronavirus-Pandemie. Auf slowenischer Seite ist vielfach überhaupt kein Beamter am Grenzposten anzutreffen.

Auch Grenzübergänge im Brennpunkt

Vor 30 Jahren war die Lage ganz anders. Zu den Brennpunkten zählten auch Grenzübergänge zu Österreich, weil die Jugoslawische Volksarmee die Kontrolle über diese Übergänge und damit auch die Zolleinnahmen wieder in ihre Hand bekommen wollte.

Grenzübergang Gralblach-Holmec Krieg
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Ein ORF-Team filmte spektakuläre Bilder vom Kampf zwischen slowenischen Truppen und der jugoslawischen Volksarmee

Ermittlungen wegen möglicher Kriegsverbrechen eingestellt

Holmec war der einzige Schauplatz im Slowenien-Krieg, wo der Verdacht von Kriegsverbrechen bestand, sagt Drago Kos, Ermittler der Polizei im Fall Holmec: „Wir untersuchten mögliche Kriegsverbrechen auf beiden Seiten. Besonders interessierte uns, wie drei jugoslawischen Soldaten und zwei unserer Polizisten fielen."

Abgesehen von einem Soldaten sei genau ermittelt worden, wer und wie die übrigen vier Personen getötet hat. „Wir stellten fest, dass sich das in einem normalen militärischen Konflikt ereignete. Unseren Bericht sandten wir an die Staatsanwaltschaft, die keine weiteren Ermittlungen anordnete“, so Kos.

Drago Kos
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Drago Kos

Das heißt, die spektakulären Bilder zeigen nicht die Schlüsselereignisse? „Diese Aufnahmen zeigen sicher nicht das Ereignis, das zu den Opfern in Holmec geführt haben“, so der Experte.

Heftige Kämpfe Gornja Radgona Krieg Slowenien
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Gezielte Angriffe bei Gornja Radgona

Heftige Kämpfe gab es auch bei Gornja Radgona, wo die Mur die Grenze zwischen Slowenien und der Steiermark bildet. 270 Slowenen stellten sich damals der Jugoslawischen Volksarmee entgegen. Erfolge erzielten sie etwa durch gezielte Angriffe auf Nachschub und Versorgung der jugoslawischen Truppen unter Oberst Popow, sagt Niko Brus, Obmann der Veteranenvereinigung in Gornja Radgona: „Als Oberst Popow am 28. Juni nach Gornja Radgona kam, versammelten sich unsere Jungs in diesem Gebäude und entschlossen sich zum Angriff mit Molotow-Cocktails. Dabei wurden etwa zehn Lkw vernichtet. Das waren die Begleitfahrzeuge der Einheit. Damit war Popow abgeschnitten und fuhr direkt zum Grenzübergang.“

Brennender Lkw Krieg Slowenien
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Brennender Lkw während Unabhängigkeitskrieg

Langwierige Vorbereitungen

Wesentlich für den Erfolg der Slowenen waren die Kampfmoral, sowie die Vorbereitung auf den Krieg, die bereits viele Monate vorher begann. Generalmajor Ladislav Lipic, der Vorsitzende des slowenischen Veteranenverbandes, sagt, die Territorialverteidigung hatte selbst eine gewisse Anzahl an Waffen: „Bereits zu Beginn des Konflikts beschaffte der Staat Waffen gegen gepanzerte Fahrzeuge, sowie Luftabwehrraketen.“

Christian Wehrschütz und Niko Brus
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Christian Wehrschütz und Ladislav Lipic

Entscheidend sei laut Lipic gewesen, dass die Einheiten der Territorialverteidigung Waffenlager der Jugoslawischen Armee in Besitz nahmen, in denen sich schwere Waffen befanden.

 Ladislav Lipic
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Ladislav Lipic

Panzer nun in Museum untergebracht

Die ersten jugoslawischen Panzer rollten am Nachmittag desselben Tages, an dem Slowenien in Laibach feierlich seine Unabhängigkeit proklamierte, an. In einer ehemaligen Kaserne ist nun das Museum für Militärgeschichte untergebracht.

Panzer in Museum für Militärgeschichte Slowenien
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Panzer in Museum für Militärgeschichte

Der Krieg in Slowenien dauerte zehn Tage und forderte weniger als 100 Todesopfer. Trotz aller Herausforderungen haben Slowenien und wohl auch Kroatien von ihrer Unabhängigkeit profitiert. Bei den anderen Nachfolgestaaten des Tito-Staates fällt die Bilanz dagegen deutlich gemischter aus.