Andrea Nagele Grado im Mondschein
ORF/Iris Hofmeister
ORF/Iris Hofmeister

Kärntner Krimi: „Grado im Mondschein“

Das malerische Wasserschloss von Strassoldo ist normalerweise im Frühling ein Anziehungspunkt für Besucher. Im aktuellen Buch der Kärntner Krimiautorin Andrea Nagele spielt sich dort ein kaltblütiger Mord bei einer Hochzeitsfeier ab.

Der Grundstein des Castello di Strassoldo wurde vor mehr als tausend Jahren gelegt. Die Schlossanlage spiegelt noch heute das Flair längst vergangener Zeiten wider und ist ein gefragter Rahmen für Feiern. Die Kärntner Krimi-Autorin Andrea Nagele ließ sich von dem geschichtsträchtigen Ort für den neuesten Fall von Commissaria Maddalena Degrassi inspirieren.

Maddalena de Grassi gerät an ihre Grenzen

Andrea Nagele: „Ich war selber hier schon Trauzeugin bei einer Hochzeit im Frühjahr. Ich habe aber diesen Ort auch schon im Winter gesehen und mir irgendwann einmal gedacht: da könnte irgendwann etwas anderes stattfinden als bloß eine Hochzeit, nämlich beispielsweise ein Verbrechen. Es fallen eigentlich mehrere Schüsse und leider kommt dabei jemand zu Tode. Es ist die ganz große Aufregung. Es wird auch jemand entführt. Es ist ein riesiges Chaos und Maddalena de Grassi, die normalerweise alles in der Hand hat, bricht auch zusammen.“

Ob sie es schaffen wird, die Fassung wieder zu erlangen und den Fall aufzuklären, schildert Andrea Nagele in ihrem aktuellen Roman „Grado im Mondschein".

Buch „Grado im Mondschein“
ORF
Buchcover „Grado im Mondschein“

Grafin höchstpersönlich übernimmt Führungen

Die Familie von Contessa Gabriella „Lella“ di Strassoldo ist seit Jahrhunderten im Besitz der Schlossanlage. Für Gruppen macht die Gräfin höchstpersönlich auch Führungen: „Am Anfang war ich ein bisschen scheu, aber jetzt mache ich das gern. Ich sehe auch, dass die Personen gerne die Geschichte hören – viele wussten nicht, dass das Österreich war.“

Küche des Castello di Strassoldo
ORF
Sparherd, Räucherschrank und Kupfergeschirr durften seinerzeit in keiner Küche fehlen.

Bilderrahmen wurden zum Heizen verwendet

Gabriella „Lella“ di Strassoldo: „In alten Zeiten hat man alles mit Kupfer gekocht. Nur dann musste man es zu Mussolinis Zeit an den Staat abtreten wegen des Krieges. Sie bekamen dafür Geld.“

Auch wertvolle Gemälde aus dem Familienbesitz wurden „zweckentfremdet“, sagt Gabriella „Lella“ di Strassoldo: „Wir haben sehr viele Ahnenbilder. Viele sind auch ohne Rahmen. Meine Urgroßmutter, die Rosa von Kuhnenfeld, war die Tochter von Kriegsminister Feldmarschall Franz Kuhn von Kuhnenfeld. Sie musste fliehen, weil das ehemaliges Österreich war. Sie ging dann nach Schladming, wo sie auch als Flüchtling starb. Wir haben noch die Bilder, aber die Rahmen sind hier geblieben. Sie wurden als Holz benützt, wahrscheinlich zum Heizen.“

Castello di Strassoldo
ORF

Gräfin Lella di Strassoldo hofft, dass die schweren Zeiten bald vorüber sind, sodass sie wieder Besucher im Schloss empfangen kann – denn zu erzählen über die bewegte Geschichte ihrer Familie gibt es noch genug.

Andrea Nagele
ORF
Autorin Andrea Nagele