Granattor am Millstätter See
FRANZGERDL
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DOKUMENTATION

„Sommerfrische in Kärnten“ auf 3sat

Der Millstätter See liegt inmitten von Bergen und ist mit 141 Metern der tiefste und wahrscheinlich geheimnisvollste See Kärntens. Die ORF Kärnten-Produktion „Sommerfrische in Kärnten – Der Millstätter See" wird am Dienstag, dem 15. Juni um 15.30 Uhr auf 3sat wiederholt.

Einst ein Ort klösterlicher Frömmigkeit, avancierte der See um 1900 zur Urlaubsdestination für Adel und Bürgertum. Imposante Herrschaftsvillen am Ufer erinnern an die Zeit der Sommerfrische. Der Film von Barbara Frank entführt die Zuseherinnen und Zuseher in sein Reich, das hoch oben in Nockbergen beginnt und auf einer fast tausendjährigen und abwechslungsreichen Kulturgeschichte aufbaut.

Um 1900 zog es Prominente an den See, wie den späteren Nobelpreisträger für Physik, Erwin Schrödinger, oder das Klimt-Modell Sonja Knips. Es war die Zeit der sogenannten Sommerfrische, als der See zum ersten Mal in seiner Geschichte touristisch entdeckt wurde. Der Wiener Adel und das Bildungsbürgertum kauften den Bauern die damals billigen Seegründen ab und errichteten vor allem in Millstatt imposante Herrschaftsvillen. Das erste Hotel am Platz, die im venezianischen Stil erbaute Seevilla, eröffnete 1884.

Millstätter See
Millstättersee Tourismus GmbH

Der Legende nach wurde Millstatt, der größte Ort direkt am See, vom slawischen Karantanen-Herzog Domitian gegründet. „Dieser Domitian hatten einen abenteuerlustigen Sohn, der im See bei einem Sturm umkam. Domitian ließ aus Wut und Trauer 1.000 Statuen, „Mille Statue“, aus einem Tempel entfernen und im See versenken. Man vermutet heute noch in den Tiefen des Millstätter Sees diese Schätze“, weiß Monika Peitler, die künstlerische Leiterin im „Sagamundo – Haus des Erzählens“ zu berichten. In diesem Museum werden die Sagen und Geschichten der Region weitererzählt.

Wissenschaftlich belegbar ist, dass über Stift Millstatt 400 Jahre lang die Benediktiner geherrscht haben, später zogen Georgsritter und zuletzt Jesuiten in die altehrwürdigen Gemäuer ein. Baulich haben alle Orden ihre Spuren in Stift Millstatt hinterlassen, erfährt man von Franz Nikolasch, einst Begründer des Stiftmuseums: „Aus der Benediktinerzeit stammt die Kirche in ihrer Grundstruktur und der Teil um den Kreuzgang – das ist alles um 1130 -1140 gebaut worden und bis heute in dieser Form erhalten. Aus der Zeit der Georgsritter stammt der große Hof mit der sogenannten 500-jährigen Linde, diese Arkadengänge, und aus der Zeit der Jesuiten ist dann die Inneneinrichtung der Kirche im Barock geschaffen worden. Millstatt war wirklich das kulturelle und religiöse Zentrum für ganz Oberkärnten.“

Das ORF-Team begab sich auf kaiserliche Spuren. Im Bild Hubert Franz und Stefanie Aniwanter (als Jahrundertwende-„Sommerfrischler“), Udo Russegger (Ton), Alfred Bein (Kamera), Maria Theresia Wilhelm (GF Millstätter See Tourismus GmbH) und Barbara Frank (Redakteurin)
ORF

Der Film von Barbara Frank (ganz rechts im Bild) widmet sich einem See, der oft im Schatten seines bekannteren Nachbarn, des Wörthersees, stand und dessen touristisches Geschick heute von professionellen Erlebnis-Dramaturgen gemanagt wird.

  • Gestaltung und Redaktion: Barbara Frank
  • Kamera: Alfred Bein
  • Ton: Florian Lederer, Michael Mikula, Udo Russegger, Reinhard Trost, Georg Ulbing
  • Schnitt- und Tonbearbeitung: Klaus Wachschütz
  • Produktion: ORF Kärnten © 2018

Sendetermin:
Dienstag 15. Juni 2021, 15.30 Uhr, 3sat