Auch Kärntner Einsatzkräfte im Schneechaos

Kärnten wird die Bundesländer Salzburg und Steiermark bei der Bewältigung der teils katastrophalen Schneefälle unterstützen. Monteure der Kärnten Netz GmbH sollen bei den Stromausfällen helfen.

Gerald Ebner von der Straßenmeisterei Kötschach brach Donnerstagfrüh mit seiner Monoblockfräse und einem Kollegen Richtung Salzburg auf. Das Hochleistungsgerät, von dem es nur ganz wenige in Österreich gibt, wird in solchen Ausnahmesituationen wie sie derzeit in Salzburg, Tirol und der Steiermark herrschen eingesetzt, so Ebner. Mit 320 PS sei es eine der stärksten in Österreich, man habe sie vor Jahren zum Glück bekommen. Es sei genau das Richtige für die Orte, die im Schnee versinken, sagte Ebner. Man könne Schneewände bis zwei Meter aufarbeiten, das sei kein Problem.

„Mit Situation bestens vertraut“

Rund zehn Stunden am Stück kann die Monoblockfräse mit Fahrer und Beifahrer im Einsatz sein. Derzeit sind fünf unterschiedliche Geräte mit Besatzung in den Krisengebieten unterwegs, so Volker Bidmon von der Abteilung Straßenbau des Landes Kärnten. Im ganzen Land sind die Straßenmeistereien bereit, zu helfen. Die Zahl der Einsatzkräfte könne sich stündlich ändern. Die Mitarbeiter der Straßenbauabteilung seien jedenfalls mit Verhältnissen, wie sie derzeit in den Nachbarbundesländern herrschen, bestens vertraut, so Bidmon: „Wir sind mit extremen Schneeverhältnissen immer wieder konfrontiert, wie damals 2015. Es wird nur dort hingefahren, wo es die Einsatzleitung frei gibt.“

Strommonteure helfen Kollegen

Auch die Kärnten Netz schickte zwei Montagepartien samt Material nach Salzburg. Die elf Monteure sollen den Kollegen in Salzburg helfen, Haushalte wieder an das Stromnetz anzuschließen. Erst im Herbst halfen Monteure aus anderen Bundesländern in Kärnten aus, als es massive Unwetterschäden gegeben hatte. Auch bei enormen Schneemassen haben die Kärntner Monteure durchaus Erfahrung, so Kärnten Netz Geschäftsführer Michael Marketz. „Wir hatten es massiv im Lesachtal, unsere Leute kennen die Gefahren und wissen Bescheid.“ Man achte auf die Sicherheit der Netzbetreiber.

Auch 76 Soldaten des Pionierbataillons 1 aus Villach unterstützen in St.Johann im Pongau den Kampf gegen die Schneemassen. Auch ein Lawineneinsatzzug mit 30 Alpinsoldaten des Jägerbataillons 26 der Spittaler Türkkaserne steht auf Abruf bereit.

Pistengerät auf Turrach eingebrochen

Christian Lerchbaumer

Beim Versuch, die Piste zu spuren, versank ein Loipengerät im Turracher See

Fräse in See versunken

Obwohl Kärnten von den extremen Schneefällen bisher verschont blieb, kam es am Mittwochnachmittag zu einem Vorfall auf dem Eis des Turracher Sees. Ein Loipengerät blieb im Eis hängen und musste geborgen werden.

Pistengerät auf Turrach eingebrochen

Christian Lerchbaumer

Zur Bergung musste ein Ladekran auf die Turracher Höhe gebracht werden. Am Donnerstagnachmittag konnte das Gerät wieder an Land gebracht werden. Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand.