Kind liest in einem Buch
Jane Ali – stock.adobe.com
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Bildung

Vorlesetag soll Lesekompetenz verbessern

Am Donnerstag begeht Österreich den Vorlesetag. Schulen und Bildungseinrichtungen im ganzen Land machen mit, um dem Lesemangel entgegenzutreten und Lesefreude quer durch alle Altersklassen zu entfachen. Denn mit der Lesekompetenz der Schülerinnen und Schüler steht es nicht unbedingt zum Besten, Mädchen schneiden besser ab als Buben.

Motivationsforscherin Almut Thomas von der Pädagogischen Hochschule sagte, dass Eltern möglichst früh mit dem Vorlesen beginnen sollten: „Weil Kinder durch das Vorlesen ganz wunderbar ihre Sprache und sozialen Kompetenzen entwickeln können und Vorlesen hilft uns dann später für die Entwicklung der Lesekompetenz.“

Vorlesetag und Lesekompetenz

Viel früher mit Leseförderung beginnen

Studien zeigen, dass Österreich bei der Lesekompetenz im EU-Durchschnitt oder leicht darüber liegt, aber nicht ganz vorne. Die Lesekompetenz in Österreich sei ungefähr gleich geblieben, aber nicht gestiegen, sagte Thomas, da könnte auch die Pandemie einen Einfluss gehabt haben: „Was aber auf jeden Fall zu tun ist, wir müssen viel früher mit der Leseförderung anfangen, eben durch Vorlesen, möglichst schon im Kleinkindalter, und zwar durch richtiges Vorlesen. Richtiges Vorlesen, das heißt, dass wir mit den Kindern über den Text sprechen oder über die Illustrationen, dass wir den Kindern Fragen stellen.“

Manche Eltern können das nicht leisten, sagte Thomas. „Daher wäre es wichtig, dass wir in den Kindergärten Lesepatinnen haben, die den Kindern vorlesen und die in kleinen Gruppen oder sogar im Einzelsetting mit den Kindern lesen und über das Gelesene sprechen.“

Bildung wird noch immer vererbt

Unterschiede bei Kindern zeigen sich oft, wenn zu Hause die Frühförderung durch das Vorlesen fehlt, sagte Thomas. nach wie vor werde Bildung „leider“ vererbt: „Das ist in gewissen Bildungsschichten eine Tradition, dass den Kindern vorgelesen wird und dass auch darüber gesprochen wird. Dass also nicht nur der Text heruntergelesen wird, sondern dass man darüber spricht, was das bedeutet. Und das gibt es in anderen Familien eben nicht. Das ist eine Art der Frühförderung, die den Kindern dann fehlt. Das sollte in den Bildungsinstitutionen nach Möglichkeit kompensiert werden.“

Erst in der Schule mit der Leseförderung anzufangen sei zu spät, sagte Thomas: „Dann haben die Kinder einfach schon einen Riesenvorsprung von mehreren Tausend Stunden Förderung, die manche Kinder im Elternhaus erhalten und andere Kinder nicht.“