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Politik

Kärnten sieht Wohnmilliarde positiv

Die Bundesregierung hat am Dienstag ein Baupaket in der Höhe von einer Milliarde Euro vorgestellt, das in die Errichtung und Sanierung von Wohnraum fließen soll. Auch die Länder sollen mehr Kompetenzen bekommen, was von Kärnten grundsätzlich begrüßt wird, es müsste aber mehr Geld auch in die Sanierung gehen.

Landeshauptmannstellvertreterin Gaby Schaunig (SPÖ) sagte zu den Plänen des Bundes, das Paket sei ein erster wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Die Details seien noch nicht bekannt, sie werden erst auf Bundesebene besprochen und dann die Länder informiert – mehr dazu in 20.000 Wohneinheiten sollen neu entstehen (news.ORF.at). Schaunig dazu: „Was ich für ganz wichtig halte, ist noch mehr Geld in die Sanierung zu geben. Auf der anderen Seite die Länder in die Lage zu versetzen, günstige Wohnbaukredite zu vergeben. Das ist im Moment eine ganz dringliche Maßnahme.“

Bestehende Wohnsubstanz verwerten

Zum anderen müsse bestehende Wohnsubstanz durch die Leerstandsabgabe verbessert mobilisiert werden, so Schaunig: „Die Leerstandsabgabe zielt darauf ab, ganze Gebäude, die leer stehen, Gebäudekomplexe mit vielen Wohnungen oder auch spekulative Anlageobjekte und Investmentobjekte im Wohnungsbereich zu attraktivieren und in die Vermietung zu bringen.“ Es gehe um zwei Ziele: Zum einen Wohnbestand verfügbar zu machen wo leere Wohnungen vorhanden seien. Zum anderen sei es auch ein wichtiger ökologischer Faktor. Denn dort, wo Bestand vorhanden sei, der nicht vermietet werde, sei gezwungenermaßen oft ein Neubau die Alternative. Damit werden weitere Flächen versiegelt, so Schaunig.

Eigentümer wollen oft nicht verkaufen

In Kärnten gibt es laut Schaunig 256.783 Wohneinheiten, von denen 53.104 keine Wohnsitzmeldung haben, sondern ohne Nutzung in der Statistik aufscheinen: „Es gibt touristisch genutzte Bereiche, wo das strategische Leerstände sind, die man über eine Abgabe sehr gut attraktivieren kann. Wir haben aber ländliche Regionen, wo ein Leerstand vorhanden ist, weil Eigentümerinnen und Eigentümer einfach nicht verkaufen möchten. Hier könnte eine Leerstandsabgabe ein Hebel sein, um diese Objekte wieder in Nutzung zu bringen.“

Schaunig sagte, sie kenne eine ganze Reihe von Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, die sich immer wieder darum bemühen, solche Objekte anzukaufen und daran scheitern, dass entweder ein Verkauf gar nicht geplant sei oder zu Preisen, die so hoch seien, dass es für sowohl die Gemeinde als auch für private Interessenten völlig unattraktiv sei.

AMS rechnet mit mehr Arbeitslosen in Baubranche

Noch führte die Flaute am Bau nicht zu mehr Arbeitslosigkeit. Bleiben die Auftragsbücher aber weiterhin leer, werde sich das spätestens im April oder Mai beim AMS bemerkbar machen, sagte Peter Wedenig, Leiter Arbeitsmarktservice Kärnten. Kärntenweit sind vom Baupaket immerhin 5.000 Unternehmen mit 40.000 Mitarbeitern betroffen.