Glas Milch
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Wirtschaft

Zahl der Kärntner Milchbauern halbiert

Am „Weltmilchtag“ am 1. Juni macht die Landwirtschaftskammer auf die Situation der heimischen Milchbauern aufmerksam. Hohe Betriebskosten und importierte Billigmilch bringen immer mehr Betriebe unter Druck. In den vergangenen 20 Jahren halbierte sich die Zahl der Kärntner Milchbauern. Nun zählt Regionalität und Modernisierung.

Zwischen Krumpendorf und Moosburg befindet sich der Kollehof. Seit vier Generationen wird hier Milch erzeugt. Vor zwei Jahren übernahm Bernhard Brunner den Bio-Betrieb von seinen Eltern. 70 Milchkühe produzieren im Jahr etwa 650.000 Liter Bio-Milch. Milchproduzent Bernhard Brunner: „Für mich war es überhaupt keine leichte Entscheidung, bleibe ich bei der Milch oder gehe ich in einen anderen Betriebszweig. Mich hat es dann aber vor allem durch die Familie und meine Freundin zur Milchwirtschaft gezogen.“

Milchbauern

Hof wurde ausgebaut und automatisiert

Brunnber: „In der Übernahme haben wir dann ziemlich ausgebaut und automatisiert. Jetzt bin ich froh, dass ich diesen Weg gegangen bin.“ Das Wohl der Tiere liegt der Familie am Herzen. Es wurde ein eigener Tunnel errichtet, damit die Kühe raus auf die Weide können, wann immer sie wollen. Investitionen, die sich irgendwann rechnen sollten.

Doch der Kostendruck ist enorm, sagt Brunner: „Wir haben wohl einen relativ guten Milchpreis zur Zeit, sind aber gedämpft durch die hohen Futter-, Kraftstoff- und Energiekosten.“

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Putzmaschine
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Kühe auf der Weide
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Reinigungsmaschine für den Stall
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Melkmaschine
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Handel importiert Billigmilch

Im Vorjahr haben 58 Betriebe aufgehört. Wurde während der Covid-Zeit Regionales geschätzt, hat sich das Konsumverhalten wegen der Teuerung verändert. Das hat auch der Handel erkannt und setzt vermehrt auf importierte Billigmilch.

Speziell im Milchsektor biete der Handel über 60 Prozent an Eigenmarken, sagt die Vizepräsidentin der Landwirtschaftskammer, Astrid Brunner: „Und bei einer jüngsten Studie ist heraus gekommen, dass im Handel bei den Eigenmarken über 40 Prozent der Milch undefinierbar sind und aus dem Ausland kommen.“

Tunnel führt zur Weide
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Der Tunnel verbindet die Kühe jederzeit mit der Weide

Mehr Transparenz bei der Produkt-Kennzeichnung gefordert

Die Landwirtschaftskammer fordert mehr Transparenz bei der Produkt-Kennzeichnung und man hofft auf ein Umdenken der Konsumenten. Astrid Brunner: „Wir brauchen einen vernünftigen Preis, damit wir leben, investieren und weiter wirtschaften können.“