Ein Pfleger hält die Hand eines Patienten
APA/Hans Klaus Techt
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Gesundheit

Tag der Pflegekräfte mit klaren Zielen

Die Versorgung mit Pflegekräften in Kärnten soll gesichert werden. Dazu müssen Rahmenbedingungen verbessert werden, um den Beruf attraktiver zu machen. Zudem soll es ausländischen Fachkräften ermöglicht werden in der Pflege tätig zu sein, das kündigte Gesundheitsreferentin Beate Prettner (SPÖ) an. Kritik kommt von der Gewerkschaft.

Anlässlich des Internationalen Tages der Pflege verwies Prettner auf eine Vielzahl an geplanten Maßnahmen. Mehr mobile Dienste, weitere Tagesstätten, und eine weitere Senkung des Pflegeschlüssels, seien die Ziele.

Kernfrage sei aber, wie das Land zu mehr Pflegekräften kommen soll, nicht nur in der mobilen, sondern auch in der stationären Pflege. Wie viele Pflegekräfte aktuell fehlen würden, um eine von der Gewerkschaft geforderte Dienstplan-Sicherheit zu gewährleisten, darauf gab es keine Antwort.

Tag der Pflege

120 Pflegekräfte

Um die Pflegekräfte in den 80 Heimen zu entlasten, werden allerdings laut einem Beschluss in der Landesregierung, 120 Pflegekräfte nicht nur ein halbes Jahr, sondern für das gesamte Jahr 2023 übernommen. Die Kosten dafür belaufen sich auf 4,8 Millionen Euro, die auch von Gemeinde- und Städtebund mitgetragen werden. Man merke bereits, dass etwa 80 Personen bereits angestellt sind und die Tendenz steigend sei, so Prettner. Das Ziel sei es ein Interesse zu schaffen, wodurch die Peronen in eine Ausbildung im Pflegebereich gebracht werden.

Schwierige Arbeitsbedingungen in der Pflege

Die schwierigen Arbeitsbedingungen in der Pflege seien der Hauptgrund, warum es einen Mangel an Pflegekräften gebe, sagte Gewerkschafter Valid Hanuna. Die Hilfskräfte in den Heimen zuzulassen, sei ein wichtiger Schritt, dem aber weitere Folgen müssen. „Ein Hauptproblem ist, dass man nie mehr weiß, wann man frei hat und wann nicht“, so Hanuna. Er verlangte Dienstplanstabilität.

Laut Prettner soll auch die Pflegenahversorgung ausgebaut und auf alle 132 Gemeinden ausgedehnt werden, auch Ehrenamtlichen soll der Zugang zur Pflege möglich sein. 400 seien schon geschult und versichert worden.

Kritik von Opposition

Von einer dramatischen personellen Unterversorgung im Pflegebereich sprach Team Kärnten Chef Gerhard Köfer. Von den 11.000 Pflegekräften seien mehr als die Hälfte teilzeitbeschäftigt. Er forderte einen Vollzeit-Bonus. Sozial- und Gesundheitsminister Johannes Rauch sprach in diesem Zusammenhang von einer Anschubfinanzierung für die Pflegereform, die dauerhaft gesichert werden soll.

FPÖ-Gesundheitssprecher Harald Trettenbrein sprach von einem massiven Pflegenotstand in Kärnten: „Dieser ist zehn Jahren sozialistisch geführter Landesregierung geschuldet. Die SPÖ-ÖVP-Landesregierung hat alle Vorschläge der FPÖ zur Behebung der dramatischen Lage im Pflegebereich ignoriert.“ Unter anderem wurde die Einführung einer Pflegelehre und eines 1000-Euro-Pflegeschecks gefordert.

Gewerkschaft überlegt Kampfmaßnahmen

Die Gewerkschaft fordert die Bundesregierung auf, rasch zu handeln, den Pflegebonus auszuweiten und über das heurige Jahr hinaus verlängern. Andernfalls müsse man auch Kampfmaßnahmen, wie etwa einen Streik, überlegen, so Hanuna. Zumindest bis Juni gebe man dem Gesundheitsminister aber noch Zeit die Missstände zu beheben.