Hase im Gras
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Legende: Hase hoppelt nicht nur zu Ostern

Rund um Ostern ranken sich – neben der christlichen Bedeutung – viele bunt gemischte Legenden. Eine davon ist mit dem Hasen – dem Osterhasen – verbunden. Doch der Hase war immer schon ein Symbol für Fruchtbarkeit und wurde sogar auf dem Mond gesehen.

Den Hasen findet man sogar auf dem Mond, wie Kärnten Guide Rotraud Jungbauer erklärt: „In vielen alten Kulturen ist der Hase ein Mondtier. Die dunklen Flecken, die man auf dem Vollmond erkennen kann, erinnern an einen springenden Hasen. So haben das die Azteken und die Menschen im alten China interpretiert.“

Aber auch für die Buddhisten und die Kelten gab es eine Verbindung zwischen Hase und Mond: „Hasen spielen in vielen Mythen und Geschichten eine wichtige Rolle. In der Antike vermutete man zum Beispiel, dass der Genuss eines Hasen für neun Tage Schönheit verleiht. Glaubte man den Ärzten im Mittelalter, so verursachte der Verzehr von Hasenfleisch Schlaflosigkeit.“

Lieblingstier der griechischen Aphrodite

Der Hase soll aber auch das Lieblingstier der griechischen Göttin Aphrodite gewesen sein und war Symbol für die Kraft der Weiblichkeit, so Jungbauer. Hasenfleisch mache Frauen fruchtbar, glaubte man. Der Genuss von Hasenhoden begünstige die Empfängnis von Knaben. „Der Magier Apollonius hat empfohlen, einen Hasen um das Lager einer Gebärenden dreimal herumzutragen, um die Entbindung zu erleichtern.“

Aber auch die Märchen kommen nicht ohne Hasen aus: Darunter der Meister Lampe oder der Hase und der Igel – an all diesen Geschichten spielt der Hase eine tragende Rolle.

Feldhase
Wikipedia/MOdmate
Feldhase

Ohren als Symbol für Dreifaltigkeit

Aber auch in der christlichen Kirche hat der Hase einen hohen Stellenwert: "Es gibt Darstellungen von Hasen in einem Kreis, deren Ohren sich zu einem Dreieck verbinden. Das wird als Hinweis auf die Dreifaltigkeit Gottes interpretiert. Im 5. und 6. Jahrhundert, im frühen Christentum, galt der Hase als Zeichen der Auferstehung. „Besonders die Ostkirche sieht beim Hasen eine besondere Funktion. Beim Schlafen schließen Hasen ihre Augen nicht, weil sie keine Augenlider haben. Die Menschen glaubten daher früher, dass ein Hase gar nicht schläft. So wurde der Hase ein Zeichen für die Auferstehung, weil auch Jesus nicht endgültig im Tod entschlafen ist.“

Schokoladeosterhasen
Schokoladeosterhasen

Früher brachten auch Storch & Co die Ostereier

1682 wurde der Osterhase erstmals urkundlich erwähnt: „Die Vorstellung, dass der Hase die Eier bringt, hat er früher mit vielen anderen Tieren geteilt. Storch, Fuchs, Hahn oder Kuckuck.“ Hasen sind auch an Fassaden und Kirchen dargestellt, zum Beispiel an der Pfarrkirche St. Jakob in Villach: „Das Nordportal zeigt über dem Tor ein hölzernes Bogenfeld, das von Christoph Hasenberger, einem Villacher Bürger, gestiftet wurde. Es zeigt sein Wappen, einen Hasen, der über drei grüne Bergkuppen springt.“

Auch in St. Peter im Holz findet man den Osterhasen: „Über dem Eingangstor des Pfarrhofs sitzt ein Hase mit Weintrauben in den Vorderpfoten. Der dritte Hase sitzt in St. Veit/Glan, im Stützmauerwerk der Orgelempore in der Pfarrkirche sieht man zwei Pilaster mit Quadersteinen dazwischen. Auf den Pilastern sind Figuren zu sehen. Die rechte mit einer Sichel, die linke mit einer Weinranke. Darunter sitzt geduckt ein Hase in eine Bodennische.“