Der Notweg ist derzeit nur für Geländewagen befahrbar
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Chronik

Gefährliche Fahrt nach Guntschach

Nach dem Felssturz auf der Straße von Maria Rain nach Guntschach müssen die 50 eingeschlossenen Menschen für die nächsten Monate einen Umweg von 30 Kilometern einplanen, vorausgesetzt, der Notweg durch den Wald ist dann auch für normale Autos befahrbar. Ein ORF-Team testete den Forstweg vor dem Ausbau.

Ein ORF-Team machte sich Freitagfrüh auf den vier Kilometer langen Weg von Rottenstein nach Guntschach. Hier kommt man derzeit nur mit einem geländegängigen Auto weiter, durch Matsch und über Hänge. Lenker Harald Haimburger meinte, „gefährlich, aber es geht“. Ab kommender Woche sollen dann auch normale Autos hier fahren können.

Der Hemmafelsen verlor ein großes Stück
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Die ohnehin sehr schmale Straße wurde verlegt und teilweise zerstört

Zu Fuß nach Hause gegangen

Seit Donnerstagfrüh ist die Ortschaft an der Drau abgeschnitten. Stefan Povoden entkam am Donnerstag mit seinen Kindern dem Felssturz nur knapp. Durch den Graben nach Hause ging es dann zu Fuß: „Mann muss froh sein, dass man noch einen Weg hat, wir kennen es auch anders von den letzten Vorfällen in den letzten Jahren, mit den Muren. Man beschränkt sich halt auf das Wesentliche.“

Gefährliche Fahrt nach Guntschach

Etwas abseits der Häuser gibt es eine Personenfähre über die Drau. Für diesen Notfall auch jetzt im Winter in Betrieb, so Florian Pogatschnig, der Obmann der Valentinfähre: „Wir haben gestern schon Bauarbeiter gehabt, die wir heimbringen mussten. Heute in der Früh wieder auf die Baustelle bringen.“

Redakteur Peter Matha wartet auf die Fähre
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Die Fähre über die Drau ist normalerweise nur bis September in Betrieb

Anrainer warnen seit Jahren

Der Grund für die Sperre des Hauptweges ist ein großes Stück des Hemmafelsens, das sich gelöst hatte und die schmale Straße in den Graben riss. Die Felswand ist eine altbekannte Problemstelle, der Fels ist porös. Anrainer warnen schon seit Jahren davor, dass hier einmal ein Stück herunterbrechen würde. Ein Riss sei in den letzten Jahren immer größer geworden. Alexandra Jessenitschnig zeigte dem Team einen von vielen Briefen der Guntschacher an die Gemeinde, mit der Bitte, sie solle die Zufahrt zum Ort sicherer machen: „2018 haben wir einen Brief aufgesetzt, den alle Guntschacher unterschrieben haben, dass wir befürchten, dass ein größerer Brocken herunterkommt.“ Was jetzt auch passierte.

Baggerarbeiten am Forstweg
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Christian Webernig arbeitet bis in die Nacht, um den Forstweg sicherer zu machen

Forstweg wird hergerichtet

Jetzt wird erst einmal der Notweg entschärft. Die Äste werden geschnitten, die Fahrbahn begradigt. Dann folgen 4.000 Kubikmeter Schotter, das alles wird seine Zeit brauchen, so Christian Webernig, Landwirt und Baggerfahrer. Das lose Material werde entfernt und von Rottenstein her werde dann der Schotter aufgebracht. Für normale Autos werde das schon bis Montag oder Dienstag dauern, so Webernig. Schon am Donnerstag baggerte er bis tief in die Nacht hinein, damit der Notweg nach Guntschach so schnell wie möglich fertig wird.