Alkolenker kam auf der Villacher Alpenstraße von der Fahrbahn ab
FF Möltschach
FF Möltschach
Verkehr

Alko-Lenker nach Unfall festgenommen

Die Anzahl der Alko-Unfälle steigt. Im ersten Halbjahr gab es um rund 40 Prozent mehr Alko-Unfälle und um ein Drittel mehr Verletzte. Der jüngste Fall – mit einem äußerst renitenten Alkolenker, der vorerst festgenommen werden musste – ereignete sich in der Nacht auf Freitag auf der Villacher Alpenstraße.

Der 30-jährige Mann aus Villach besitzt zwar keinen gültigen Führerschein, das konnte den stark Alkoholisierten aber nicht davon abhalten, sein Auto gegen 4.00 Uhr früh auf der Villacher Alpenstraße bergwärts zu lenken. Die Fahrt nahm 150 Meter vor dem Parkplatz Nr. 5 ein jähes Ende: dort kam dessen Wagen rechts von der Fahrbahn ab. Das Auto blieb beschädigt im angrenzenden Straßengraben liegen. Der 30-Jährige blieb unverletzt und verständigte noch telefonisch den ÖAMTC, bevor er am Fahrersitz einschlief.

Falsche Angaben zu Lebensgefährtin: Suchaktion

Eine halbe Stunde später wurde der verunfallte Pkw auch vom Lenker eines Streufahrzeuges gesehen, welcher dann auch noch die Einsatzkräfte verständigte. Während der Unfallerhebungen gab der 30-Jährige vor, dass sich auch seine Lebensgefährtin beim Unfall im Auto befunden hätte. Daraufhin wurde der Nahbereich von der Feuerwehr abgesucht, ohne Erfolg. Die Frau konnte schließlich bei einer Nachschau in ihrer eigenen Wohnung angetroffen werden.

Alkolenker kam auf der Villacher Alpenstraße von der Fahrbahn ab
FF Judendorf

Während der Amtshandlung verhielt sich der Lenker laut Polizei „äußerst renitent und aggressiv“, weshalb er vorläufig festgenommen worden sei: Eine Polizistin hatte dabei leichte Verletzungen erlitten. Der Lenker wurde nach Abschluss der Erhebungen der Staatsanwaltschaft Klagenfurt und der Behörde angezeigt. Im Einsatz standen die Feuerwehren von Möltschach, Fellach, Villach und Judendorf, sowie die Polizei Villach, das Rotes Kreuz und der ÖAMTC.

VCÖ warnt vor weiterem Anstieg der Alko-Unfälle

Nachdem bereits im Vorjahr die Anzahl der Alko-Unfälle zugenommen hat, gab es in Kärnten im 1. Halbjahr einen weiteren Anstieg um rund 40 Prozent und um ein Drittel mehr Verletzte, warnt der Verkehrsclub Österreich. Die Opferbilanz im 1. Halbjahr weise drei Todesopfer und 130 Verletzte auf. Das Motto „Don’t drink and drive“ sei – trotz anbrechender Punschzeit – einzuhalten.

Eine VCÖ-Analyse für ganz Österreich zeigt: Den höchsten Anteil an Alko-Unfällen gibt es am Wochenende, insbesondere in den Nachtstunden. Und: 86 Prozent der Alko-Lenker seien Männer. Bezüglich der Altersgruppen seien die 20 bis 29-Jährigen jene, die die meisten Alko-Unfälle verursachen.

Der VCÖ erinnerte daran, dass bereits bei 0,5 Promille das Unfallrisiko auf das Doppelte steigt, bei 1,0 Promille auf das sieben-Fache und bei zwei Promille auf das 35-Fache.

Am meisten Alkolenker im Bezirk Spittal unterwegs

Im Vorjahr waren die Unterschiede zwischen Kärntens Bezirken beim Anteil der Alko-Unfälle groß: Den niedrigsten Anteil an Alko-Unfällen gab es im Bezirk Hermagor mit 4,9 Prozent, den höchsten Anteil an Alko-Unfällen verzeichnete der Bezirk Spittal an der Drau mit 8,7 Prozent, wie die VCÖ-Analyse zeigt. In Klagenfurt und in Klagenfurt Land gab es tödliche Alko-Unfälle.

Der VCÖ setzt sich für ein besseres Mobilitätsangebot in den Regionen ein. Mit Anrufsammeltaxis, Rufbussen und insgesamt Bus- und Bahnverbindungen auch am späteren Abend könne die Anzahl der Alko-Unfälle reduziert werden. Häufig scheiterten diese wichtigen Angebote an der Finanzierung. Deshalb schlägt der VCÖ vor, dass ein Teil der Einnahmen aus Verkehrsstrafen für die Einführung von Anrufsammeltaxis, Nachtbussen und Gemeindebussen zweckgewidmet wird. Wichtig sei auch, dass Siedlungen mit dem nächstgelegenen Ort über Geh- und Radwege sicher verbunden sind. Immer wieder komme es zu schweren Unfällen, wenn in der Nacht Personen aufgrund eines fehlenden Gehwegs am Rand einer Freilandstraße nach Hause gingen.