Restaurierte Panzerhaubitzen
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Chronik

Panzerhaubitzen aus Kärnten in Ukraine

Mehrere Panzerhaubitzen aus Kärnten, die bis vor Kurzem dem österreichischen Bundesheer gehörten, werden derzeit in der Ukraine gegen Russland eingesetzt. Eine Recherche des ORF Kärnten zeigt, warum das nicht mehr Angelegenheit Österreichs ist.

Eine Panzerhaubitze sieht für den Laien aus wie ein Panzer, ist aber ein Artilleriegeschütz, das selbstständig fahren kann. Die M109 ist so eine Waffe, stammt aus den USA und hundert von ihnen wurden von der britischen Rheinarmee, bis 1955 Besatzungstruppe, gekauft.

Lettland kaufte Haubitzen nach Generalsanierung

Bis 2007 wurden sie in der Laudonkaserne für 60.000 bis 140.000 Euro generalsaniert und modernisiert. Gut 3.000 Arbeitsstunden pro Fahrzeug waren nötig. Dann wurden die meisten konserviert und in Klagenfurt in eine Bundesheergarage gestellt. Da man nicht mehr an große, konventionelle Kriege glaubte, suchte das Bundesheer Käufer für die 24 Tonnen schweren Waffen und fand diese – mit Einverständnis der USA – im NATO-Land Lettland, das sich vor Russland schützen wollte.

2017 wurden fast 50 Panzerhaubitzen aus Kärnten ins Baltikum gebracht, 2021 folgten weitere. Mindestens sechs davon wurden bald wieder verladen, bestätigt das Bundesheer, und von Lettland in die Ukraine gebracht. Der Ukrainische Verteidigungsminister Oleksij Reznikov schreibt im Internet, dass die Artilleriegeschütze, die 30 Kilometer weit schießen können, auf dem Schlachtfeld gegen die Russen Wirkung zeigen würden.

Endverbraucher-Lizenzen an USA zurückgegeben

Laut österreichischem Verteidigungsministerium sei alles in Ordnung. Österreich habe beim Verkauf an Lettland die sogenannten Endverbraucher-Lizenzen an die USA zurückgegeben, Lettland habe sie neu bei den USA beantragen müssen. Die USA hätten damit die letzte Entscheidung.

Das NATO-Land Lettland habe das österreichische Verteidigungsministerium nicht informiert, das sei auch nicht verpflichtend oder notwendig, so das Ministerium. So sind die Waffen mit österreichischer Kennung und bis 2021 österreichischer Vergangenheit auf Seite der ukrainischen Armee im Kriegseinsatz. Weder aus der ukrainischen noch aus der lettischen Botschaft in Österreich gab es auf Anfrage des ORF Kärnten Antworten zu Handel und Verbleib der Panzerhaubitzen aus Kärnten.