Politik

Mehr Geld für 24-Stunden-Betreuung

In der Regierungssitzung am Dienstag ist es einmal mehr um das Thema Pflege gegangen. Beschlossen wurde die Erhöhung der monatlichen Unterstützung für 24-Stunden-Betreuung um 17 Prozent von 550 auf 640 Euro. Dies erfolgt bundesweit, da 60 Prozent vom Bund übernommen werden.

Die monatliche Unterstützung soll ab 1. Jänner 2023 erhöht werden, gab Gesundheitsreferentin Beate Prettner (SPÖ) bekannt. Statt der derzeit 550 Euro (zusätzlich zum Pflegegeld) wird der monatliche Zuschuss künftig 640 Euro betragen. Pro Jahr macht das ein Plus von 1.080 Euro für die Betroffenen. Es sei eine Zustimmung aller Bundesländer nötig, Kärnten habe die Zustimmung am Dienstag vollzogen. Der Bund wird 60 Prozent übernehmen. Für das Land bedeutet das Mehrkosten in Höhe von knapp 800.000 Euro pro Jahr.

Mehr Geld für Pflege zuhause

Kein Selbstbehalt bei Übergangspflege

Auch bei der Übergangs- und Kurzzeitpflege gab es Beschlüsse. Das Land wird mit 1. Jänner 2023 den Sockelbetrag bei Übergangs- und Kurzzeitpflegebetten um 231 Euro erhöhen, von derzeit 2.518 auf 2.750 Euro. Prettner sagte, damit komme man den Pflegeheimbetreibern sehr entgegen. Verbesserungen solle es auch für die Klienten geben: „Derzeit ist es so, dass jene Menschen, die eine Übergangspflege in einem Pflegeheim in Anspruch nehmen, einen Selbstbehalt zu tragen haben. Dieser wird gestrichen.“

Kurzzeitpflege bis zu 42 Tage

Künftig werde nur aliquot das Pflegegeld herangezogen. Zusätzlich werde die Dauer der möglichen Inanspruchnahme erhöht: Aktuell können in Kärnten pro Jahr und Person 28 Tage an Übergangspflege in Anspruch genommen werden. „Obwohl Kärnten damit bundesweit an der Spitze liegt, werden wir den Zeitraum auf bis zu 42 Tage erhöhen“, so Prettner. In Summe werden die Verbesserungen im Bereich der Übergangspflege eine halbe Million Euro an jährlichen Mehrkosten verursachen.

Team Kärnten: Zustimmung

Die beschlossene Erhöhung der Förderbeiträge für die 24-Stunden-Betreuung findet die ausdrückliche Zustimmung von Team Kärnten-Chef Gerhard Köfer. Man habe bereits in den vergangenen Jahren immer darauf gedrängt, dass sichergestellt werden müsse, dass die zu Pflegenden so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden und damit in der gewohnten häuslichen bzw. familiären Umgebung betreut werden können. Das Pflegesystem in Kärnten müsse nun eine möglichst individuelle und flexible Angebotsstruktur bieten.

FPÖ: Wird nicht reichen

FPÖ-Obmann Erwin Angerer sagte in einer Reaktion, der Beschluss sei ein Ansatz in die richtige Richtung, aber werde für die Zukunft nicht reichen. Die Erhöhung falle viel zu gering aus, denn Pflegebedürftige seien die größten Verlierer der Teuerungswelle. Sie müssen neben den massiv gestiegenen Kosten für Wohnen, Heizen und Essen auch erhöhte Ausgaben für die Pflege tragen. Die FPÖ fordere seit Jahren, dass das Land seinen Zuschuss für die 24-Stunden-Betreuung über den Kostenanteil des Bundes hinaus anhebe. Sonst bestehe die Gefahr, dass sich viele Kärntner die Pflege zuhause nicht leisten können. Sie werden zu einem Heimeintritt gezwungen, wobei das Land dafür weit mehr zahlen mösse als für die ambulante Versorgung.