Demonstration Inklusion vor der Landesregierung
ORF
ORF
Soziales

Kundgebung für mehr Inklusion

Die Rechte von Menschen mit Behinderungen und die schleppende Umsetzung der UN-Berhindertenrechtskonvention von 2008 waren am Mittwoch Anlass für Protestkundgebungen in allen Landeshauptstädten. Der Verein ÖZIV für Menschen mit Behinderungen errichtete eine Mahnwache vor der Landesregierung.

Rund 100 Menschen von der Lebenshilfe über autArK und den Gehörlosenverband bis hin zum Bundesverband
für Menschen mit Behinderungen (ÖZIV) waren mit Trillerpfeifen und Plakaten vor die Landesregierung gekommen. Sie kritisierten, mit dem Anfang Juli veröffentlichten Nationalen Aktionsplan Behinderung setze die Bundesregierung die UN-Behindertenrechtskonvention einmal mehr mangelhaft um.

Teilnehmer an der Demonstration
ORF
Teilnehmer mit Transparent

Rudolf Kravanja, in Kärnten und bundesweit Präsident des Vereins ÖZIV für Menschen mit Behinderungen: „Der Nationale Aktionsplan ist beim Ministerrat durchgegangen und die Menschen mit Behinderung nicht sehen, dass etwas für sie passiert, stehen wir da, weil nichts weitergeht. Wir wollen ein Zeichen setzen.“

Rudolf Kravanja
ORF
Rudolf Kravanja von ÖZIV

Inklusives Bildungssystem gefordert

Konkret sprach Kravanja Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP) an in Bezug auf ein inklusives Bildungssystem: „Es wäre super, wenn das Bildungssystem für Menschen mit Behinderung verbessert wird, dass die Sonderschule abgeschafft wird oder wenigstens ein Plan kommt, auf dem man aufbauen kann. Es muss eine inklusive Ausbildung für alle von Kindergarten bis zum Studium geben, auch Erwachsenenbildung ist ein Thema.“

Auch Rollstuhlfahrer nahmen an der Demo teil
ORF
Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Rollstuhl

Einheitliche Regelung für persönliche Assistenz

Darüber fordern die Teilnehmer der Mahnwache eine einheitliche persönliche Assistenz in allen Bundesländern. Barrierefreiheit nicht nur in Gebäuden, auch in der Kommunikation und existenzsichernde Arbeit samt Teuerungsbekämpfung. Die Teuerungen betreffen Menschen mit Behinderung besonders stark. Zu „Lohn statt Taschengeld“ in den Werkstätten für Menschen mit Behinderung hoffe er auf eine baldige Lösung, so Kravanja.