Ziel des Projektes ist es zu beurteilen, wie gut die Rettungskette funktioniert, wenn ein Defi mittels Drohne in unwegsames Gelände gebracht wird und dort zum Einsatz kommt.
Übungsannahme: Herz-Kreislaufstillstand auf Ogrisalm
Bei dem Test am Samstag wurde ein Atem-Kreislaufstillstand bei einem Wanderer auf der Ogrisalm simuliert. Die Begleitperson des Wanderers musste den Notruf absetzen, die Rettungsleitstelle des Roten Kreuzes entsandte die Drohne, gleichzeitig liefen telefonisch angeleitet wie gewohnt Erste Hilfe Maßnahmen. Parallel dazu wurde die Drohne am Abflugplatz im Bodental in Ferlach gestartet. Diese musste eine Flugstrecke von zwei Kilometern autonom absolvieren und den Defi auf die Ogrisalm bringen. Getestet wurde dann auch, wie die Handhabung der Drohne und des Defi durch einen Laien und durch ausgebildetes Rettungspersonal klappt.

Schnelle Hilfe garantiert bessere Überlebenschancen
Durch den Einsatz der Drohne soll der raschere Einsatz des Defis in einem Gelände, wo das Gerät üblicherweise nicht so schnell zur Hand ist, gewährleistet werden. Der rasche Einsatz eines Defis hilft, dass das Überleben bei Kreislaufstillständen im öffentlichen Raum wahrscheinlicher und das Leben danach lebenswerter wird. Je schneller Hilfe da ist, desto höher sind die Überlebenschancen und desto geringer die Folgeschäden.

Drohneneinsatz bei Personensuche oder Lageerhebung
Rotkreuz-Präsident Martin Pirz sagte: „Bereits jetzt werden Drohnen, etwa bei Personensuchen oder zur raschen Lageerhebung nach größeren Unfällen im österreichischen Roten Kreuz verwendet. Drohnen sind kein flüchtiges Spielzeug, sondern gekommen um zu bleiben. Wir hoffen, dass bei ihrem Einsatz künftig mehr möglich sein wird und unterstützen solche zukunftsweisenden Projekte, die dazu beitragen können, Menschenleben zu retten – im Rahmen unserer Möglichkeiten – sehr gerne.“
Projektleiter: Bisher nur kleine Pilotversuche
Unterstützt wird das Uni-Projekt neben dem Kärntner Roten Kreuz vom Drohnenhersteller Air 6 Systems GmbH und der Firma Zoll Österreich. "Es gibt bereits zahlreiche theoretische Daten zum Einsatz von mit Defibrillatoren bestückten Drohnen, die praktischen Erfahrungen belaufen sich jedoch auf kleine Pilotversuche. Mit dem aktuellen Projekt versuchen wir neben technischen Aspekten auch die Qualität der Hilfe vor Ort zu beurteilen“ erklärte einer der Projektleiter, Christian Wankmüller von der Universität Klagenfurt, der gleichzeitig auch Referent für Forschung und Innovation beim Roten Kreuz in Kärnten ist.

Drohnen-Netzwerk könnte bald Realität sein
Das Projekt dient als Basis, um wissenschaftlich fundiert ein Netzwerk aus Defi-Drohnen aufbauen zu können, damit in Zukunft eben auch in unwegsamen Gelände die Zeiten von Atem-Kreislaufstillstand bis zum Beginn der Defibrillation durch einen Ersthelfer verkürzt werden kann.