Düsen sprühen das Pflanzenschutzmittel auf den Bahndamm
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Verkehr

ÖBB: Unkrautvernichtung ohne Glyphosat

Zur Sicherheit des Bahnbetriebs müssen Eisenbahngleise möglichst frei von Bewuchs gehalten werden. Seit heuer verzichten die ÖBB dabei auf das als krebserregend geltende Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat. Diese Woche wurde erstmals ohne Glyphosat gespritzt.

Der Spritzzug, genannt Greentracker, hält das Schotterbett der Gleise aus Sicherheitsgründen frei von Bewuchs. Auf drei Viertel der rund 8.000 Gleiskilometer in Österreich geschieht das seit Jahrzehnten mit Hilfe von Glyphosat. Seit heuer verzichten die ÖBB aber auf das sehr wahrscheinlich krebserregende Unkrautvernichtungsmittel.

ÖBB sprühen kein Glyphosat mehr

ÖBB-Pressesprecher Herbert Hofer sagte, man sei stolz, dass man als erste Bahn in Österreich ohne Glyphosat unterwegs sei. Man verwende ein Pflanzenschutzmittel, das laut Bundesamt für Ernährungswissenschaften zugelassen sei.

Sprühzug der ÖBB
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Sprühzug im Einsatz

Kamera erkennt Bewuchs

Um den Spritzmittelverbrauch insgesamt so gering wie möglich zu halten, ist der Greentracker mit hochmoderner Technik ausgestattet. Im Kontrollraum sehen die Mitarbeiter Mario Ströbl und Florian Mikula, was auf der Strecke passiert. Die Lok hat eine Kamera vorne installiert, die die Vegetation erkennt und anzeigen. So könne man gezielt den Bewuchs besprühen. Gesprüht wird nur im unmittelbaren Gleisbereich. Bahnhöfe, Überführungen, Baustellen oder Eisenbahnkreuzungen werden ausgelassen.

Mario Ströbl und Florian Mikula vor den Kameras
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Kontrollraum im Zug

Von Mitte April bis Ende Juli ist der Greentracker in ganz Österreich im Einsatz. Eine Woche lebt das Zwei-Mann-Kontrollteam im Zug und wechselt sich alle vier Stunden beim Kameradienst ab, damit nirgends gesprüht wird, wo es vermieden werden soll.

Kamera im Kontrollraum des Sprühzuges
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Die Kamera macht gezieltes Sprühen möglich

Andere Möglichkeiten werden geprüft

Mit dem Verzicht auf Glyphosat wollen die ÖBB das Bahnfahren noch umweltfreundlicher machen, so Herbert Hofer. Es gebe auch technische Möglichkeiten, die man anwende, wie auch Gleismatten oder Vlies, aber ganz ohne Spritzen gehe es nicht. Alternativen werden schon getestet: Elektrisch oder mit heißem Wasser könnte man chemische Mittel ersetzen.