Chronik

Prozess um Schutzhütte am Gamsgrubenweg

Die Kanzlei des Rechtsanwaltes Andreas Ermacora, der gleichzeitig Präsident des österreichischen Alpenvereins ist, klagt die Großglockner Hochalpenstraßen AG (GROHAG). Am Dienstag kam es zum Prozessauftakt am Landesgericht Klagenfurt. Es geht unter anderem um eine umstrittene Schutzhütte, die die GROHAG am Gamsgrubenweg bauen will.

Es gibt Gegner und Befürworter des Hüttenprojektes im Sonderschutzgebiet Gamsgrube, einem beliebten Wanderweg über dem Pasterzengletscher. 2016 wurde die legendäre Hofmannshütte weggerissen, weil sie durch den Gletscherschwund an alpinistischer Bedeutung verloren hatte.

Prozess um Schutzhütte am Gamsgrubenweg

Die Kanzlei des Rechtsanwaltes Andreas Ermacora, der gleichzeitig Präsident des österreichischen Alpenvereins ist, klagt die Großglockner Hochalpenstrassen AG (GROHAG). Ab Dienstagmittag geht es in einem Prozess am Landesgericht Klagenfurt unter anderem um eine umstrittene Schutzhütte, die die GROHAG am Gamsgrubenweg bauen will.

Jetzt will die GROHAG eine kleine Alternative, so etwas wie einen Würstelstand mit Informationsstelle und WC, unweit davon, gleich nach den Galerien und Tunnelröhren, die wegen Steinschlags für die Wanderer in den vergangen 20 Jahren in den Fels gesprengt wurden, in den Berg bauen.

Weg 1936 Alpenverein abgenommen

Der Prozess soll klären, was im Nationalpark erlaubt und was verboten sein soll. Der Weg wurde dem Alpenverein abgenommen. 11.000 Quadratmeter wurden 1936 enteignet und gingen an die GROHAG mit ihren damals großen Plänen über. Irgendwie wurden im Laufe der Jahrzehnte daraus 36.000 Quadratmeter ehemaliger AV Grund der – so steht es im Grundbuch – der GROHAG gehört.

Die Kontrahenten wollen jetzt Klarheit, wie es dazu kam, dass aus einem schmalen Wanderweg ein sehr breiter wurde, an dem jetzt die Hütte entstehen soll. Rechtsanwalt Ermacora sagte, er könne sich die Verbreiterung des Weges bis heute nicht erklärten: „Es muss aber eine Vermessung gegeben haben, die offenbar im Auftrag der GROHAG erfolgte und von der der Alpenverein keine Kenntnis hatte.“ Wie es dazu kam, dass diese Vermessung in das Grundbuch kam, sei für ihn nicht nachvollziehbar.

Prozess geht im Oktober weiter

Die Gesprächsbasis mit der GROHAG sei aber weiter gut, sagte Ermacora. Die GROHAG, die zum Großteil dem Bund gehört, wird von der Anwältin des Staates vertreten. Am Dienstag einigten sich die Streitparteien darauf, dass der Prozess im Oktober weitergeführt werden soll. Dabei sollen Zeugen gehört und alte Urkunden und eventuell Gutachten vorgelegt werden.