Hubschrauber fliegt Seilbahnstütze
ORF/Hippacher
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Chronik

Personenbeförderung auf Glockner-Hütte

Die Materialseilbahn zur Erzherzog-Johann-Hütte auf der Adlersruhe/ Großglockner wird für den Werksverkehr umgebaut. Damit kann künftig das Hüttenpersonal befördert werden und auch Rettungseinsätze sind möglich. Die Anteile für Kärnten, Salzburg, Tirol und GROHAG betragen je rund 25.000 Euro.

Die Erzherzog-Johann-Hütte in 3.454 Meter Höhe auf dem Zustieg zum Großglockner gehört dem Österreichischen Alpenclub mit Sitz in Wien. Die Versorgung der Hütte erfolgt über eine 4,2 Kilometer lange Materialseilbahn von Osttirol aus. Alle nötigen Güter und auch Trinkwasser werden damit nach oben gebracht. Nach einem Lawinenabgang wurden im letzten Jahr sechs Stützen der Seilbahn erneuert. Jetzt werden auch die Berg- und Talstation erneuert.

Seilbahnstütze wird in Fassung gebracht
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Arbeiten an den Stützen im Vorjahr

Erleichterungen auch für Hüttenpersonal

Christan Zinkl, der Präsident des Österreichischen Alpenclubs, sagte, die Seilbahn sei eine reine Materialseilbahn und soll heuer und nächstes Jahr für Werksverkehr, also beschränkte Personenbeförderung, umgebaut werden, um Personal von der Hütte und auf die Hütte zu transportieren.

Eine wichtige Erleichterung für Hüttenwirt Toni Riepler und seine Mitarbeiter, ist doch die Hütte derzeit nur zu Fuß zu erreichen. Das Personal müsse oft wochenlang durcharbeiten. Man müsse die Leute mit vertrauenswürdigen Bergführern oder Gruppen mitschicken, so Riepler. Es sei kompliziert und zeitaufwendig, da gehe vom freien Tag schon viel beim Marsch verloren. Mit der Bahn würde das nur eine halbe Stunde dauern. Damit werde Österreichs höchstgelegener Arbeitsplatz attraktiver, ist Riepler überzeugt.

Hilfreich bei Rettungseinsätzen

Noch einen Vorteil bringt die umgebaute Seilbahn: „Wir haben im Sommer immer wieder Rettungsaktionen, wo eine Hubschrauberrettung nicht möglich ist, aber trotzdem medizinische Versorgung unbedingt erforderlich ist.“

330.000 Euro kostet der Umbau der Materialseilbahn. Insgesamt 100.000 Euro steuern Kärnten, Tirol und Salzburg sowie die Großglocker Hochalpenstraße (GROHAG) bei, der Rest wird aus Mitteln des Alpenclubs aufgebracht. Im August wird mit den Bauarbeiten an der Berg- und Talstation begonnen, im Sommer nächsten Jahres soll die Seilbahn in Betrieb gehen.

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Flugbild: Gerald Lehner
Hütte im Winter

Höchstgelegene alpine Unterkunft

Die Erzherzog-Johann-Hütte auf der Adlersruhe des Großglockners ist die höchstgelegene alpine Unterkunft Österreichs und die dritthöchste der Ostalpen. Schon bei den Versuchen der Großglockner Erstbesteigung, im Sommer 1799, wurden erste Schutzbauten, genannt die Hohenwarten, im Bereich der Adlersruhe errichtet.

Der Österreichische Alpenklub wurde 1878 in Wien gegründet und ist eng mit Österreichs höchstem Berg verbunden: als „Eigentümer“ des Gipfelkreuzes und von 114 Quadratmeter Glockner-Gipfelfläche auf Tiroler Seite sowie durch seine Erzherzog-Johann-Hütte, der einzigen Hütte des ÖAK. Länderübergreifend wie der Klub verläuft schräg durch die die Hütte die Grenze zwischen Tirol und Kärnten.