Internationale Feuerwehrleute in Kärntner Landesfeuerwehrschule
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Chronik

Kärnten als Beispiel bei Feuerwehrausbildung

Tausende Feuerwehrleute besuchen jährlich in ihrer Freizeit mehrere Tage Aus- und Weiterbildungen an der Kärntner Feuerwehrschule. In diesen Tagen sind Vertreter von Feuerwehrschulen aus ganz Europa in Klagenfurt, um voneinander zu lernen und die Ausbildungen europaweit möglichst auf dasselbe Niveau zu stellen.

Feuerwehrleute müssen auf alle möglichen technischen Einsätze und Brandeinsätze vorbereitet werden. Vertreter von Feuerwehrschulen aus 25 europäischen Ländern tauschen ihr Wissen in diesen Tagen an der Feuerwehrschule in Klagenfurt aus. Auch die große Berliner Feuerwehr kann noch einiges mitnehmen, sagte der dortige Ausbildungsleiter Arvid Graeger. Das Kompetenzzentrum für die Heißbrandausbildung sei in Klagenfurt sehr groß und da könne man mit dem vorhandenen Know-how viele Dinge mitnehmen.

Feuerwehreinsatz wird auf Leinwand erklärt
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Einsätze und Vorgehensweisen wurden für die internationalen Kollegen erklärt

„Von Kärntner System lernen“

340.000 Menschen in Österreich sind aktiv bei der freiwilligen Feuerwehr. Es gibt nur sechs Berufsfeuerwehren. Das macht die Ausbildung an den Feuerwehrschulen so speziell. Das System in Kärnten sei sehr gut und deshalb sagte Kenny Essers, von der Europäische Vereinigung der Feuerwehrschulen auch, dass er sehr stolz sei hier zu sein. Man könne viel lernen, vor allem wie die freiwilligen Feuerwehrleute ein Leben lang trainiert werden und wie die Kurse organisiert werden. Auch gebe es viele Unterschiede im europäischen Vergleich, sagte Essers.

Feuerwehrschulen aus ganz Europa zu Gast

An der Kärntner Feuerwehrschule besuchen tausende Feuerwehrleute jährlich mehrere Tage Aus- und Weiterbildungen. In diesen Tagen sind Vertreter von Feuerwehrschulen aus ganz Europa in Klagenfurt.

Ausbildung auf selbes Niveau bringen

Das Ziel ist es, die Ausbildung der Feuerwehrleute europaweit auf dasselbe Niveau zu stellen. Da sei es am Ende egal, ob man Feuerwehrmann oder Frau in Spanien, in Frankreich, in Österreich oder in Deutschland ist, denn der Job sei der gleiche, sagte Feuerwehrausbilderin Anna Figueras aus Katalonien. Daher sei es notwendig, überall dieselbe Ausbildung zu haben und deshalb seien solche Treffen, wie in Klagenfurt wichtig, um sein Wissen auszutauschen.

Internationale Feuerwehrleute in Kärntner Landesfeuerwehrschule
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Internationales Feuerwehrwissen wurde ausgetauscht

„Chancen müssen genutzt werden“

Auch Österreich profitiert von diesem dreitägigen Erfahrungsaustausch. Es gebe Entwicklungen und Strömungen und hier habe jeder seinen Blick und seine Erfahrungswerte, die gesammelt werden müssen, sagte Klaus Tschabuschnig, Leiter der Landesfeuerwehrschule Kärnten. „Es gibt viel, das auf die Gesellschaft, das Leben und die Feuerwehr wirkt“, sagte Tschabuschnig. Er nannte etwa die Pandemie oder die Digitalisierung als wichtiges Thema. Es gebe viele Chancen, man müsse aber auch gut überlegen, wie man diese nutzen kann.

Man kooperiere im Bereich der Waldbrandbekämpfung vor allem mit den Feuerwehren aus Portugal, denn die haben viele Erfahrungen damit, so Tschabuschnig. Dieses Wissen könne man sich jetzt anlernen und selbst verwenden.

Auch Vertreter der ukrainischen Feuerwehrschulen waren am Donnerstag in Klagenfurt. Im Krieg sind schon mindestens 150 Feuerwehrleute gestorben, hunderte werden vermisst.