Heilige Messe auf dem Loibacher Feld
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Chronik

Gottesdienst statt Kroatentreffen

Statt eines großen Kroatentreffens auf dem Loibacher Feld bei Bleiburg soll es in diesem Jahr einen schlichten Gottesdienst in der Pfarrkirche Bleiburg geben, sagte der Ordinariatskanzler der Diözese Gurk-Klagenfurt, Jakob Ibounig. Ein Treffen wurde bisher nicht angemeldet, sehr wohl aber eine Gegendemonstration.

Der sonst auf dem Loibacher Feld bei Bleiburg stattfindende kirchliche Teil des kroatischen Totengedenkens zur Erinnerung an die Opfer der „Tragödie von Bleiburg“ im Jahr 1945 werde neu ausgerichtet, so Ibounig am Freitag gegenüber der Kathpress. Für den mit der kroatischen Bischofskonferenz für den Abend des 13. Mai in der Pfarrkirche Bleiburg vereinbarten Gottesdienst und ein Gebet im Gedenken an alle Verstorben gelten demnach klare Auflagen, um den rein religiösen Charakter eines Totengedenkens im Rahmen einer Messe zu wahren. Fahnen, Uniformen oder Abzeichen jedweder Art sind nicht erlaubt. „Alles, was nach Uniform oder Fahne ausschaut, hat da nichts verloren“, so Ibounig.

Allerdings könnte noch bis knapp vor Beginn eine Anmeldung erfolgen. Der Innenausschuss des Parlaments sprach sich gegen die Veranstaltung aus.

Gedenken an Ermordung von Ustascha-Kämpfern

Die umstrittenen Treffen auf dem Loibacher Feld haben eine lange Geschichte. Zu Kriegsende wollten sich zehntausende ehemalige Kämpfer des faschistischen Ustascha-Regimes und deren Angehörige den britischen Besatzern ergeben. Die Briten nahmen die Kapitulation nicht an und schickten die Kroaten zurück, viele von ihnen wurden daraufhin umgebracht. Jahre später entwickelte sich unter Exilkroaten ein Mythos rund um ein Massaker im Grenzgebiet um Bleiburg an den Ustascha-Leuten.

Teilnehmer wurden bereits verurteilt

Die Veranstaltung und ihr Organisator, der Bleiburger Ehrenzug, ließen von Anfang an keinen Zweifel daran, dass sie das massenmörderische Ustascha-Regime und die Todeslager wie das KZ Jasenovac nicht nur verharmlosen, sondern verklären und ehren wollten, heißt es in einem Expertenbericht.

Nach dem Zerfall Jugoslawiens wurden die Treffen auf dem Loibacher Feld, wo der Verein Grundstücke angekauft hatte, immer größer. Gleichzeitig wurden bei den Treffen immer öfter verbotene Ustascha-Abzeichen zur Schau getragen. Ab 2017 wurden Teilnehmer dafür auch am Landesgericht Klagenfurt zu teils mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.
Trotz dieser Vorkommnisse ist nun nicht klar, ob es tatsächlich zu einem Verbot der umstrittenen Treffen kommt.

Innenministerium ohne klarer Vorgabe

Die Experten sagten, Versammlungen in der Art, wie sie vor der Pandemie stattgefunden haben, seien zu untersagen, gegen neutrale Totengedenken wolle man sich nicht aussprechen. Das Innenministerium schrieb nun, die Entscheidung liege bei der Bezirkshauptmannschaft Völkermarkt. Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) forderte vom Innenministerium klare Vorgaben, wie ein unzulässiges Treffen von einem neutralen Totengedenken zu unterscheiden ist. Er selbst sprach sich in der Vergangenheit gegen das Treffen aus.