FH Studierende bauen Impulshaus für Obdachlose
FH Kärnten
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Chronik

FH plant Mini-Quartiere für Obdachlose

Studierende der Fachhochschule in Spittal an der Drau planen Minihäuser für obdachlose Menschen. Es handelt sich um kleine Unterkünfte mit etwa zwölf Quadratmetern pro Person, die das Alleinsein, aber gleichzeitig auch das Leben in Gemeinschaft ermöglichen sollen.

Alexander Hagner von der Professur für soziales Bauen will mit diesem Projekt neue Wege gehen, denn was es bisher gibt, findet nicht seine Zustimmung. Er kannte Unterkünfte für Obdachlose in einer Form, der man eher aus dem Weg gehe: „Das ist so ein Teil einer Abwärtsspirale. In dem Moment, wo es gebaut ist, ist diese Abwärtsspirale sehr massiv.“

Bau Prototyp Impulshaus für Obdachlose
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Die Bauarbeiten

Gemeinschaft als Angebot, aber ohne Zwang

Ein Problem sei, dass die meisten Angebote das Zusammenleben in einer Gemeinschaft erfordern: „Menschen, die wenig Geld haben, müssen sozusagen mit anderen Menschen kompatibel sein. Sie bekommen Zwangsgemeinschaftsprojekte. Das geht oft nicht gut. Die meisten Menschen, die lange auf der Straße waren, kämpfen mit Beschädigungen der Psyche oder mit Problemen, die sie mitbringen.“

Bauarbeiten Prototyp Impulshaus Obdachlose
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Deshalb wird nun an Minihäusern geplant, von den Studenten Impulshäuser genannt, von denen auch mehrere an einem Ort aufgestellt werden können. Sie haben jeweils zwei Eingänge. Es bestehe das Angebot zur Gemeinschaft, aber kein Zwang dazu: „Wenn ich ganz alleine für mich sein mag kann das auch sein.“ Ziel der Architekturstudierenden ist, dauerhafte Lösungen für obdachlose Menschen anzubieten.

FH Studierende vor Impulshaus für Obdachlose
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Einige der Projektteilnehmer auf der Baustelle

Niedrige Baukosten durch Wiederverwertung

Partner der Fachhochschule in diesem Zusammenhang sind die Caritas, die Diakonie und die Vinzigemeinschaften. 50 Studierende des Studienganges für Architektur arbeiten seit einigen Semestern an den sogenannten Impulshäusern. Der erste Prototyp ist im Entstehen. Nach der Fertigstellung werde das Anschauungshaus der Bauwirtschaft, Gesellschaft und Politik in der Hoffnung präsentiert, weitere Unterstützer zu finden, sagt Hagner.

Bauarbeiten Impulshaus für Obdachlose
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Bisher wurden die Kosten der Planung über Förderungen für die Studenten und eine deutsche Stiftung aufgebracht. Die Baukosten sollen möglichst niedrig sein. Einerseits wird Holz verbaut, andererseits Materialien, die anderswo nicht mehr gebraucht werden. Beispielsweise von einer ehemaligen Almhütte, angeboten über das Internet.