Kohlmeise mit Nistmaterial
Birdlife/Peter Friesser
Birdlife Hannah Assil
Umwelt

Oh lalà: Frühlingsgefühle bei Meise&Co

Es ist unüberhörbar: Bei Meisen, Spechten & Co erwachen die Frühlingsgefühle. Mit lautem Gesang werden Reviere besetzt oder Partner angelockt und manche Arten beginnen sogar bereits mit dem Nestbau. Wer den Vögeln dabei im eigenen Garten unter die Arme greifen will, sollte damit schon jetzt beginnen.

Sobald im Februar die Temperaturen steigen und schönes Wetter herrscht, ist es unüberhörbar. Gartenbesitzer können die gefiederten Gäste in ihrem vogelfreundlich gestalteten Garten willkommen heißen. Denn der Februar ist auch die optimale Zeit, um noch rechtzeitig Nistkästen im Garten anzubringen.

"Wenn Sie in Ihrem Garten einen Nistkasten aufhängen wollen, um etwa eine Meisenfamilie anzulocken, dann ist jetzt genau die richtige Zeit dafür“, weiß Eva Karner-Ranner von der Vogelschutzorganisation BirdLife. „Beachten Sie aber bitte unbedingt, dass für eine erfolgreiche Brut mehr notwendig ist als ein Nistkasten: Spätestens wenn die jungen Meisen laut nach Futter betteln, müssen die Eltern unermüdlich Raupen und andere Insekten heranschaffen.“

Nur naturnah gestaltete, vogelfreundliche Gärten bieten auch genügend natürliche Nahrung für Meisen und viele andere gefiederte Gäste, so die Expertin.

Frühe Sänger und Instrumentalkünstler

Zu den frühesten Sängern im Jahresverlauf zählen die Meisen wie Kohlmeise, Blaumeise und Tannenmeise mit ihren eher einfachen Gesängen. Auch der Kleiber lässt bereits im Februar seine Pfeifstrophen ertönen, so wie die Amsel ihre flötenden Melodien und der Grünling seine langgezogenen Triller.

Kohlmeise mit Nistmaterial
Birdlife/Peter Friesser

Selbst mitten in der Stadt beginnen die ersten Hausrotschwanz-Männchen mit ihrem gepresst-perlenden Gesang. Als Instrumentalkünstler treten an den ersten schönen Februartagen die Spechte auf, wobei bei ihnen sowohl Männchen als auch Weibchen ihre Trommelwirbel zur Revierabgrenzung erschallen lassen.

Erste Zugvögel angekommen

Viele dieser musikalischen Frühlingsboten (Spechte, Kleiber, die meisten Meisen) haben den Winter in der Nähe ihres Brutgebietes verbracht, doch auch die ersten Zugvögel sind da: Feldlerche und Hausrotschwanz verbringen den Winter ebenso im Mittelmeerraum wie die Stare oder Kiebitze, die nun bereits in größeren Trupps ankommen oder die Singdrosseln, die erst ganz vereinzelt in Österreich beobachtet wurden.

Auszug der Erstankünfte

Februar: Rohrammer, Feldlerche, Star, Kiebitz, Singdrossel, Ringeltaube, Bachstelze, Wiesenpieper
März: Weißstorch, Mönchsgrasmücke, Zilpzalp, Hausrotschwanz, Schwarzstorch, Girlitz, Rauchschwalbe, Fitis, Wiedehopf, Heckenbraunelle
April: Kuckuck, Baumpieper, Braunkehlchen, Mehlschwalbe, Gartenrotschwanz, Mauersegler, Turteltaube, Wachtel, Dorngrasmücke, Neuntöter
Mai: Sperbergrasmücke, Bienenfresser, Ziegenmelker, Karmingimpel

Erste Vogelkinderstuben entstehen

Besonders früh mit der Fortpflanzung beginnen die Kolkraben, die bereits jetzt eifrig an ihren Nestern bauen, ebenso wie manche Greifvogelarten (Seeadler), die sich schon mit Winterende einen Horstplatz sichern. Aber auch die winzigen Schwanzmeisen, die aussehen wie kleine Federbälle am Stiel, können bei warmer Witterung schon im Februar mit dem Bau ihres kunstvollen, geschlossenen Nestes beginnen. Die meisten Vogelarten beschränken sich jedoch erst einmal darauf, sich ihr Revier zu sichern und beginnen im März mit dem Nestbau.

Gartenvögeln „unter die Flügel greifen“

Viele Tipps für Nistkästen und eine vogelfreundliche Gartengestaltung finden Sie in den Gratisbroschüren von BirdLife Österreich: „Vögel auf Wohnungssuche“, „Gefiederte Gäste im Hausgarten“ und „Finkenschutz im Siedlungsraum“.

Bestellungen unter: office@birdlife.at, oder unter der Telefonnummer: 01 523 46 51).