Chronik

Immer mehr Internetkriminalität

Die Statistik der Polizei zeigt, dass die Internetkriminalität weiter ansteigt, das belegen die Anzeigen Betroffener. Im Vergleich zu 2021 gab es eine Steigerung um 41,1 Prozent. Die Delikte reichen von Erpressung über Love Scams bis zu Betrug verschiedenster Art.

In absoluten Zahlen ergibt sich laut Kriminalitätsstatistik eine Steigerung vom Jahr 2020 auf das Jahr 2021 um 635 Fälle auf 2.179 angezeigte Delikte. Vor zehn Jahren waren es lediglich 483. Bei Cyber Crime im engeren Sinne stiegen die Delikte um 13,2 Prozent von 334 (2020) auf 378 (2021). 2021 wurden im Bereich des Internetbetrugs 1.231 Delikte angezeigt. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das eine Steigerung von 22 Prozent.

Die Erpressung im Internet stieg um 107 Prozent von 53 (2020) auf 110 Fälle 2021. Auch die Kinderpornographie stieg um 100 Prozent von 81 (2020) auf 162 Fälle 2021.

Ransomware-Attacken betreffen vor allem Betriebe

Unternehmensdaten werden verschlüsselt bzw. beschädigt. Die Infektion der Computersysteme erfolgt dabei entweder durch Übermittlung von E-Mails mit Schadsoftware oder unter Ausnutzung von Schwachstellen der verwendeten Systeme. Auch mit der Überlastung von Unternehmensdiensten wie z.B. Webseiten durch sogenannte DoS-Attacken wird gedroht. Die Opfer werden im Zuge dieser Straftaten zur Bezahlung von Erpressungsgeldern genötigt, um wieder an ihre Daten zu kommen.

Massenerpressungsmails betreffen alle Nutzer

Mit meist erfundenen Bedrohungslagen werden die Empfänger dieser E-Mails zur Bezahlung einer Geldsumme verleitetet. Andernfalls würden die angeblich sensiblen Inhalte, z.B. Nacktbilder des Opfers, über soziale Netzwerke geteilt. Auch in diesem Bereich ist eine Zahlung nicht anzuraten, da die angesprochenen Fakten nicht korrekt bzw. frei erfunden seien und eine Zahlung dieser Geldbeträge auch keine Garantie für einen Stopp der Bedrohung spreche, so die Polizei.

Betrug mit Geldanlagen

Den Opfern werden dabei hohe Steigerungsraten versprochen, die letztendlich nicht eintreffen und sogar den gesamten Verlust der eingesetzten Kryptowährung wie Bitcoins zur Folge haben können. In diesem Bereich kommt es vor, dass komplette Webseiten gefälscht werden oder es werden Gewinne vorgegaukelt. Dieser Bereich verstärkte sich immer mehr.

Love Scam: Betrug mit der Liebe

Kontakte werden über soziale Netzwerke hergestellt, um letztendlich das Opfer zur Zahlung von hohen Geldsummen unter Vorspiegelung einer vermeintlichen Liebe zu verleiten. Die Kontakte beschränken sich dabei fast nur auf schriftliche Kommunikation. Ein Großteil der Täter befindet sich erfahrungsgemäß im afrikanischen Bereich. Die dadurch entstandenen Schadenssummen steigen jährlich.

Sextortion: Betrug mit Sex

Zumeist junge Männer werden über soziale Netzwerke in einen Kontakt verstrickt, der sehr schnell auf eine sexuelle Schiene gelenkt wird. Sobald die Täter in den Besitz von geeigneten Bildern oder Videomaterial gekommen sind, erpressen sie die Opfer mit der Veröffentlichung im Freundeskreis bzw. auf sozialen Medien. Von technischer Seite her ist vor allem der enorme Anstieg an Datenmengen zu beobachten.

Im Zuge von Hausdurchsuchungen und Sicherstellungen werden immer mehr und immer größere Datenträger sichergestellt, die im Zuge der forensischen Bearbeitung gesichert und analysiert werden müssen. Dies führt dazu, dass auch der Zeitaufwand dieser Analysen und die erforderlichen Speicherkapazitäten stetig erweitert werden müssen, so die Polizei.