Siegwart Pichler bringt Marija Färber ins nächste Geschäft
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„Du+Ich=Österreich“

Dorfservice bringt Menschen zusammen

Das Dorfservice in Oberkärnten ist ein gutes Beispiel für Zusammenhalt im ländlichen Raum. In 17 Gemeinden im Bezirk Spittal/Drau helfen Ehrenamtliche ihren Mitbürgern im Alltag, die nicht mehr sehr mobil sind. Das Dorfservice fährt die Menschen zu Terminen oder zum Einkaufen, oder bietet einfach gemeinsame Zeit.

Siegwart Pichler holt Marija Färber regelmäßig Zuhause in Baldramsdorf ab. Die Bushaltestelle ist zu weit entfernt für die fast 80-Jährige, selbst Autofahren kann sie derzeit nicht. Der Dorfhelfer fährt mit ihr zum Einkaufen, denn im Ort selbst gibt es kein Geschäft mehr: „Mir ist es im Leben immer gut gegangen, ich möchte der Gesellschaft ein bisschen was zurückgeben. Und wie wir wissen, werden wir alle älter. Deswegen bin ich beim Dorfservice und ich mache es gern.“

Siegwart Pichler holt Marija Färber Zuhause ab
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Siegwart Pichler und Marija Färber kennen einander schon lange

„Er ist immer gut aufgelegt“

Zwischen ihm und Marija Färber wuchs über die Jahre das Vertrauen. Er sei immer lustig, sagt Marija Färber, man kann gut reden und er sei immer gut aufgelegt. Pichler ist einer von 180 ehrenamtlichen des Dorfservice. Es begann vor Jahren klein, heute betreut der Verein rund 600 Menschen regelmäßig.

Damit alles klappt, koordinieren die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen die Anfragen und Termine. Trotz Coronavirus-Krise und Einschränkungen dachte niemand ans Aufgeben, sagte Eva Altenmarkter-Fritzer, die Obfrau des Vereins Dorfservice: „Wir haben versucht, es aufrecht zu erhalten durch Telefonate, durch Briefe, durch Besuchsdienste an der Haustür, Gespräche über den Gartenzaun.“

Eva Altenmarkter Fritzer
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Dorfservice-Obfrau Eva Altenmarkter-Fritzer

Gemeinsame Spaziergänge

In Rennweg holt Dorfhelferin Eleonore Dullnig Herta Dullnig zu einem Spaziergang ab. Die beiden sind nicht verwandt, aber für beide sind die Gespräche eine willkommene Abwechslung. Die Pandemie verstärkte die Einsamkeit und nicht immer sind alle einer Meinung, sagte Martina Wirnsberger, die Regionalkoordinatorin des Dorfservice: „Da muss man schauen, was hat uns früher verbunden, ist das noch da. Und es ist noch da, darauf kann man wieder aufbauen.“

Herta und Eleonore Dullnig beim Spazierengehen
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Gemeinsames Spazierengehen für Eleonore und Herta Dullnig

Land, Gemeinden und Spenden unterstützen den Verein. Für die betreuten Menschen ist das Dorfservice kostenlos, aber ungeheuer wertvoll.

Fragen an die Therapeutin

Im Rahmen der Aktion Du+Ich=Österreich können Zuschauer per E-Mail Fragen an Psychologin Nadja Kopeinig-Geretschnig stellen, die in Zusammenhang mit familiären oder persönlichen Problemen in der Pandemie stehen – mehr dazu in Schicken Sie uns Ihre Fragen.