PCR Tests zum Gurgeln
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Coronavirus

945 CoV-Neuinfektionen binnen 24 Stunden

Von Donnerstag auf Freitag ist mit 945 CoV-Neuinfektionen der höchste Anstieg im heurigen Jahr verzeichnet worden. Mit 18,9 Prozent der Neuinfektionen sind die Fünf- bis 14-Jährigen am häufigsten vertreten. Unterdessen gibt es eine Run auf PCR-Tests und Ärger in den Apotheken.

Es gab am Freitag auch einen Aufruf für Besucher von „Cine City“ und „Jump World“. Personen, die sich am Samstag, 6. November 2021, im Zeitraum zwischen 15.00 und 16.30 Uhr in der „Cine City“ aufhielten, werden gebeten, ihren Gesundheitszustand während der kommenden zehn Tage genau zu beobachten. Zwei an Covid-19 erkrankte, hochinfektiöse Personen hatten sich zu diesem Zeitpunkt im Kinozentrum aufgehalten.

Weiters hielt sich eine an Covid-19 erkrankte, hochinfektiöse Person am Sonntag, dem 7. November, zwischen 13.00 und 17.00 Uhr in der „Jump World“ auf. Wer ebenfalls zu diesem Zeitpunkt dort war, sollte ebenfalls den Gesundheitszustand beobachten.

Zweithöchster Anstieg seit Beginn der Pandemie

In den vergangenen 24 Stunden verzeichnete das Land 945 Neuinfektionen. Das ist der höchste Anstieg in diesem Jahr und der zweithöchste seit Beginn der Pandemie. So wurden vor fast genau einem Jahr 1.006 Neuinfektionen gemeldet. 189 CoV- Patienten müssen in Krankenhäusern behandelt werden, 32 davon intensivmedizinisch. Zwei weitere Menschen starben.

Nach der Sitzung des Koordinationsausschusses sagte der Coronavirus-Sprecher des Landes, Gerd Kurath, von den 945 Neuinfektionen verteilen sich die Infektionen wie folgt auf die Altersgruppen:

  • 5-14 18,9 Prozent
  • 15-24 15,5 Prozent
  • 35-44 15,2 Prozent
  • 45-54 14,2 Prozent
  • 25-34 13,5 Prozent

Offiziell sind am Freitag 15 Schulklassen geschlossen, dazu eine geschlossene Schule. Es gibt laut Kurath aber noch mehr Fälle in Schulklassen, bei denen das Contact-Tracing noch laufe. Daher dürften noch Klassen geschlossen werden.

Impfplattform wird umgestellt

Aktuell wurden vier Impfstraßen hochgefahren, daneben könne man sich bei den mobilen Teams, Impfbussen und Ärzten impfen lassen. Die Warteschlangen werden laut Kurath mit der Ankündigung eines Lockdowns für Ungeimpfte am Freitag wohl noch länger. Mehrmals pro Tag werden die Personen mit Terminen vorgezogen, alle anderen müssen warten. Ältere und gebrechliche Menschen, die keinen Termin haben, werden ebenfalls vorgezogen. Es sei besser, Termine zu vereinbaren, das mache die Planung für Personaleinsatz und Impfstoff leichter, so Kurath.

Per 30.11 werde Impfplattform des Landes geändert. Derzeit sei es eine reine Vormerkplattform, wer sich anmeldet, werde später wegen eines Termins kontaktiert. Die Plattform werde so umgestellt, dass man sich gleichzeitig mit der Anmeldung einen Termin aussuchen könne.

Bund verschickt Briefe

Kurath sagte, vom Bund werden Briefe an drei Personengruppen verschickt. Bereits unterwegs sei die Einladung an alle, die mit Johnson und Johnson geimpft wurden, sie werden aufgefordert, sich den Zweitstichzu holen. Kommende Woche werden alle mit zwei Impfungen zur Drittimpfung eingeladen und voraussichtlich Anfang Dezember werden alle über zwölf Jahren zur Impfung eingeladen, hier sei noch eine Gesetzesänderung nötig.

Ab 3.1.2022 gelte Johnson und Johnson nicht mehr für grünen Pass, wenn es keine Zweitimpfung gebe, so Kurath.

Engpässe bei PCR-Tests

Mit den Zahlen im Land steigt auch der Bedarf an PCR-Tests. In den Teststraßen des Landes gibt es diesen nur mehr für Verdachtsfälle. Fast 19.000 Tests wurden von Donnerstag auf Freitag in Kärnten gemacht, davon fast 16.700 Gurgeltests, die über Sparmärkte und Apotheken kostenlos erhältlich sind. Doch das Ergebnis dieser Tests lässt zum Teil auf sich warten, wegen der großen Nachfrage kommt es zu Engpässen.

Kurath sagte dazu, mit Stand Donnerstag seien 104.612 Gurgelkits ausgegeben worden, aber nur 18.203 wurden zur Auswertung eingeschickt. Kurath sagte, erst, wenn man zwei eingeschickt habe, bekomme man für die nächste Woche dann drei neue, man solle die Tests nicht horten. 50.000 Personen sind derzeit als Hauptnutzer angemeldet, man kann auch mehrere Personen unter einem Namen anmelden.

Apothekersprecher Paul Hauser
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Apothekersprecher Paul Hause

Kritik der Apothekerkammer

Der Präsident der Apothekerkammer, Paul Hauser, kritisierte die Organisation der Gurgeltests: „Wir sind ausgestattet worden mit 350 Tests. Die waren in fast jeder Apotheke innerhalb eines Tages weg, das war am Montag. Und wir haben Donnerstagnachmittag Nachschub bekommen. Das kann natürlich nicht sein. Die Firma, die uns die Tests schickt, hat gesagt, das Land habe zu wenig bestellt. Das Land sagt, die Firma kann nicht liefern. Es wird der schwarze Peter hin und hergeschoben. Aber wir sind die Leidtragenden.“

Die Leute kämen in die Apotheken, weil sie die Tests haben wollen und dann gebe es keine, so Hauser. Es komme auch zu Auseinandersetzungen, die er sich als Apotheker nicht wünsche, weil das geschäftsschädigend sei. „Ich war knapp davor, das zu quittieren und diese Serviceleistung, die von den Apothekern ausgeht, zu beenden.“

Hauser sei dann gebeten worden, weiterhin die Tests auszugeben. Er forderte, dass sich Experten mit der Organisation der Gurgeltests befassen und nicht „irgendwelche Leute, die hinter einem Schreibtisch sitzen, etwa austüftlen und sagen, das wird schon gehen. Weil die Dummen sind dann wir und das lassen wir uns nicht länger gefallen,“ so Hauser.