Udo Jürgens Archivbild
APA/dpa-Zentralbild/Jens Kalaene
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Kultur

Klagenfurt rittert um Udo-Museum

In drei Jahren wäre Udo Jürgens, der wohl berühmteste und international erfolgreichste Sohn der Landeshauptstadt, 90 Jahre alt geworden. Das wäre ein idealer Zeitpunkt für die Eröffnung eines Udo Jürgens Museums und der Gründung von Festspielen. Die Stadt Klagenfurt bewarb sich bereits als Standort und rittert nun mit Wien um den Zuschlag.

Die Landeshauptstadt hat noch kein Budget für das kommende Jahr, aber viele Pläne. Aktuell wird versucht, ein neues Hallenbad zu finanzieren. Dazu will die Stadt auch Standort des Udo Jürgens Museums werden. Übers Geld jedoch spricht vorerst niemand. Der für Finanzen zuständige Vizebürgermeister Philipp Liesnig (SPÖ) sagte am Mittwoch, es würden noch Standorte geprüft, mögliche Kosten seien noch nicht bekannt.

Jagerhofer: Stadt nicht belasten

Hannes Jagerhofer, der bereits ein Konzept für die Stadt erstellt hat, ortete Interesse in der Szene für ein Udo Jürgens Museum: „Wenn die Erben sagen, ja, Klagenfurt hat unsere Priorität, dann muss man sich mit den Herrschaften zusammen setzen und schauen, wie eine Finanzierung aussehen kann. Ziel ist es natürlich, Klagenfurt mit Null Euro zu belasten.“

Jagerhofer selbst besitzt ein denkmalgeschütztes Gebäude, das Herbertstöckl in Klagenfurt und eine angrenzende Fläche. Hier könnte er auch Wohnungen bauen lassen, sagte Jagerhofer, aber wenn möglich soll es das Museum werden: „Mein Herz ist in Kärnten und deshalb ist es ein Thema, dass man alles versucht und schaut, ob es möglich ist.“

Museum mit digitalem Bühnenerlebnis

Es soll jedoch nicht irgendein Udo Jürgens Museum werden. Jagerhofer hat sich bereits das ABBA-Museum in Stockholm angesehen, das den Besuchern auch digitale Bühnenerlebnisse bietet. In Klagenfurt wäre auch ein jährliches Festival zu Ehren von Jagerhofers Freund Udo Jürgens möglich.

All das brauche Geld und Rückhalt, sagte Jagerhofer. Wenn nicht die gesamte Stadt- und Landespolitik hinter dem Museum steht, sei es ohnehin kein Thema mehr: „Ich glaube, das hätte sich Udo nicht verdient, dass er in ein politisches Hick-Hack hinein gezogen wird. Das wollen auch alle Verantwortlichen, die über die Vergabe bestimmen, nicht.“