Wirtschaft

Unternehmer fürchten Einbußen durch 2-G

Die am Freitagabend beschlossenen Verschärfungen beunruhigen Wirtschaftsvertreter. Durch die 2-G-Regeln (geimpft oder genesen) fürchten Wirte einen Rückgang von 30 bis 40 Prozent. Auch die Friseure üben Kritik. Vom Bund erwartet man sich Unterstützung. Die Wirtschaftskammer begrüßt die Beibehaltung von 3-G am Arbeitsplatz.

Beim Friseur, im Theater oder im Restaurant werden nur mehr Geimpfte oder Genesene Zutritt haben. Nur am Arbeitsplatz sollen Tests, also die 3-G-Regel, als Alternative möglich bleiben. Für 2-G anerkannt wird in einer Übergangsfrist von vier Wochen auch schon die erste Impfung in Verbindung mit einem PCR-Test – mehr dazu in 2-G-Regel-Beschluss.

Forderung: Umsatzentgang soll ersetzt werden

Wirtschaftsvertreter fordern Hilfen und Unterstützung für besonders betroffene Branchen. So fordert der Kärntner Wirtesprecher Stefan Sternad, dass die Mehrwertsteuer für die Betriebe weiter gesenkt bleiben müsse: „Die fünf Prozent Mehrwertsteuer müssen im nächsten Jahr bleiben. Was auch wieder eingeführt werden wird müssen ist die Thematik des Umsatzersatzes. 2-G bedeutet für manche Betriebe, dass sie nicht öffnen können, da nicht alle Mitarbeiter durchgängig geimpft sind.“ Mit der 2-G-Regel würden 30 bis 40 Prozent der Gäste ausfallen, sagt Sternad. Fakt sei, alles besser als Zusperren, aber immer zusammen mit Unterstützungsmaßnahmen.

„Schattenwirtschaft wird florieren“

Ähnlich sieht es auch Georg Wilhelmer, der Innungsmeister der Kärntner Friseure. Mit der 2-G-Regel könnten die Ungeimpften nicht mehr zum Friseur kommen: „Es gibt 40 Prozent Ungeimpfte in Österreich, die nicht mehr zum Friseur können. Es würde die Schattenwirtschaft wieder florieren mit weniger Steuern für den Staat. Es wäre eine Ungleichbehandlung, 2-G ist sehr schwierig.“

Eine Erleichterung bringt die 2-G-Regel für die Länder. Die zuletzt umstrittenen, weil personalintensiven Ausreisekontrollen aus Bezirken mit sehr hohen Infektionszahlen fallen nun weg. Für den Bezirk Villach-Land war zuletzt eine solche Ausreisekontrolle geplant.

Wirtschaftskammer stützt Maßnahmen

Wirtschaftskammer-Präsident Jürgen Mandl meldete sich am Samstag in einer Aussendung zu Wort. Die Einschränkung auf 2-G sei zwar für viele betroffene Branchen wieder ein herber Rückschlag und kostet Kundenfrequenz und Umsatz, gesamtwirtschaftlich sei diese Lösung aber immer noch besser, als der Infektionsausbreitung weiter tatenlos zuzusehen. Denn das würde nicht nur menschliches Leid verursachen, sondern auch die Wintersaison gefährden. Die Verschärfung sei ein wichtiges Signal in Richtung der Herkunftsmärkte Deutschland, Italien, aber auch Osteuropa, dass sich Österreich ernsthaft bemühe, seinen Gästen ein sicheres Wintersporterlebnis zu bieten. Auch Mandl sagte, man müsse die Betriebe unterstützen.

Besonders hob Mandl hervor, dass es der wirtschaftlichen Interessenvertretung gelungen sei, die 3-G-Regel am Arbeitsplatz beizubehalten, denn noch gebe es kaum flächendeckende PCR-Testmöglichkeiten wie in Wien.