Begräbnisleiterinnen bei Grab
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Religion

Begräbnisleiter unterstützen künftig Priester

Bei Begräbnissen wird es in Kärnten künftig Änderungen geben: Am Mittwoch wird Bischof Josef Marketz erstmals theologisch qualifizierte Laien mit der Leitung von Begräbnissen, Verabschiedungen und Urnenbeisetzungen beauftragen. Sie sollen Priester unterstützen.

Wenn es um das Abschied nehmen geht braucht es Rituale und Menschen, die da sind und begleiten. Maria Konrad und Heidi Wassermann-Dullnig sind Pastoralassistentinnen und engagieren sich ehrenamtlich für Menschen in der letzten Phase ihres Lebens und darüber hinaus. Sie sind zwei von 22 Frauen und Männern, die jetzt zu Begräbnisleitern ausgebildet wurden.

Heidi Wassermann-Dullnig Begräbnisleiterin
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Heidi Wassermann-Dullnig

„Keine Konkurrenz zu Priestern“

Ihnen allen gehe es darum, Menschen in der Phase des Trauerns und des Abschiednehmens Angehörige zu begleiten und den Verstorbenen würdig zu verabschieden, sagt Heidi Wassermann-Dullnig.

Maria Konrad sagt, Begräbnisleiterinnen und -leiter seien kirchliche Ergänzungen zu den Priestern: „Es soll keine Konkurrenz sein.“ Eines von den sieben Werken der Barmherzigkeit sei, Tote zu beerdigen und Trauernde zu trösten: „So verstehen es als Christen, dass wir diesen Dienst der Barmherzigkeit feiern dürfen.“

Maria Konrad Begräbnisleiterin
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Maria Konrad

Marketz: Mehrwert für die Diözese

Liturgie und Seelsorge sind den Begräbnisleitern vertraut. Der Umgang mit Tod und Trauer waren Teil der Ausbildung, genauso wie die Kommunikation mit den Trauernden und die Gestaltung der Begräbnisfeier. Für Diözesanbischof Josef Marketzt sind die Begräbnisleiter ein zusätzliches Angebot der Kirche in Kärnten: „Die Priester haben oft diese Zeit nicht mehr. Vor allem auch in Städten, wo man sich nicht kennt. Wir haben jetzt gut ausgewählte Menschen auch mit einer guten Ausbildung versehen, damit sie diesen Dienst am Grab dann auch leisten können.“ Er sehe darin einen Mehrwert für die Diözese und es freue ihn, dass künftig nicht nur mehr Männer Begräbnisse leiten, sondern dass dies jetzt auch Frauen tun können.

Bischof Josef Marketz
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Bischof Josef Marketz

Begleitung während Trauerphase

Miteinander für die Verstorbenen beten, die Angehörigen begleiten – die Begräbnisleiterinnen und Leiter sind oft eine letzte Verbindung zwischen Leben und Tod. Maria Konrad sagt, sie lade die Angehörigen immer dazu ein, den Toten und damit auch den Tod zu berühren: „Nocheinmal zum Verstorbenen hintreten und ihm in Stille oder auch laut einen Dank aussprechen.“

Heidi Wassermann-Dullnig will den Menschen in dieser Phase mitgeben, dass der Weg der Trauer irgendwann ein Ende nehme und ein Weg des Trostes werde: „Nach der Trauer kommt das Leben. Es gibt dieses Leben nach dem Tod und auch auf dieser Welt. Das ist die christliche Hoffnung.“

Begräbnisleiter unterstützen künftig Priester

Bei Begräbnissen wird es in Kärnten künftig Änderungen geben: Am Mittwoch wird Bischof Josef Marketz erstmals theologisch qualifizierte Laien mit der Leitung von Begräbnissen, Verabschiedungen und Urnenbeisetzungen beauftragen. Sie sollen Priester unterstützen.

Traditionelle Gräbersegnungen zu Allerheiligen

Zu Allerheiligen und am Dienstag zu Allerseelen gedenken wir aller Verstorbenen. Viele Menschen kommen auf die Friedhöfe, um an den geschmückten Gräbern Andacht zu halten und sich zu erinnern. Traditionell finden auch Gräbersegnungen statt.

Am Allerheiligentag erinnert Diözesanbischof Josef Marketz an die Vergänglichkeit. In einer Zeit, in der sie einerseits fern ist, aber auch in einer Zeit, in der sie oft bedrückend nahe gekommen ist.

Waldfriedhof Villach Herbst
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Waldfriedhof Villach

Zu Allerheiligen werde – bildlich gesprochen – immer in Richtung des Himmels geblickt, sagt der Bischof: „Wir schauen auf das Leben, das wir uns nach diesem Leben wünschen. Allerheiligen sagt uns, das schon viele Menschen voraus gegangen sind. Es geht ihnen gut damit. Wir haben sie zu Heiligen erklärt, weil sie von Gott angenommen und mit all seiner Liebe umarmt wurden.“ Dieses Bild vergegenwärtige auch er selbst sich immer wieder gerne.