Prozess gegen Afghanen wegen vierfacher Tötung
ORF/Peter Matha
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Chronik

Freispruch für Afghanen in Tötungsprozess

Am Landesgericht Klagenfurt ist am Dienstag ein 28 Jahre alter Afghane vom Vorwurf des vierfachen Totschlags freigesprochen worden. Angeklagt war der Mann wegen der Tötung von vier Taliban in seiner Heimat. Vor Gericht sagte der 28-Jährige aus, er habe die Tötungen erfunden, um Asyl zu bekommen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Der 28-Jährige rudert vor dem Schöffensenat am Landesgericht Klagenfurt sofort zurück und sagte, er habe die Geschichte mit den vier getöteten Talibankämpfern nur erfunden, damit er bessere Chancen im Asylverfahren habe. Laut Verteidiger des Mannes hatte er diesen Rat von anderen Asylwerbern bekommen. Um seine Fluchtgeschichte zu dramatisieren erzählte er beim Asylverfahren, dass er 2015 in Kunduz vier Taliban erschossen habe, weil diese zuvor seinen Vater getötet hätten und sie dann auch noch versucht hätten, ihn und seinen Cousin zu erschießen.

Freispruch für Afghanen in Tötungsprozess

Am Landesgericht Klagenfurt ist am Dienstag ein 28 Jahre alter Afghane vom Vorwurf des vierfachen Totschlags freigesprochen worden. Angeklagt war der Mann wegen der Tötung von vier Taliban in seiner Heimat. Vor Gericht sagte der 28-Jährige aus, er habe die Tötungen erfunden, um Asyl zu bekommen.

Schöffensenat bezweifelte Aussagen

Bei der Urteilsverkündung sagte die Schöffensenats-Vorsitzende, dass schon im Verlauf des Asylverfahrens die Angaben als unglaubwürdig bezeichnet worden seien. Auch jetzt gebe es große Zweifel. Außerdem gebe es keine sicheren Beweise, dass sich die Tat so ereignet hätte. Deshalb der Freispruch. Das Gericht in Klagenfurt war zuständig, weil das Delikt zwar von einem Ausländer im Ausland begangen worden sein soll. Der Mann wurde aber im Inland betreten – und er konnte – wegen der Gefahr in seinem Land – nicht nach Afghanistan abgeschoben werden.